The Stooges - The Stooges (Deluxe Edition) - Cover
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The Stooges (Deluxe Edition)


  • Label: Elektra/Rhino/WEA
  • Laufzeit: 78 Minuten
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9/10 Unsere Wertung
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit gerade mal drei Studioalben in sechs Jahren Bandgeschichte fällt die kreative Ausbeute der Stooges recht mager aus. Dennoch zählt die 1967 gegründete Gruppe um Mastermind James Jewel Osterberg (alias Iggy Pop) zu den Legenden der Punkrockbewegung, die noch heute kultische Verehrung genießt. Ihr minimalistischer Sound war geprägt vom exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum der Mitglieder. Entsprechend roh und aggressiv fielen die Alben von Dave Alexander (Bass), Scott Asheton (Drums), Ron Asheton (Gitarre) und Iggy Pop (Vocals) aus. Noch „schlimmer“ waren allerdings die Bühnenshows, die regelmäßig zu wilden Ritten auf der Rasierklinge ausarteten, bei denen sich Iggy Pop zum Beispiel mit nacktem Oberkörper in Glasscherben wälzte und die Sau rausließ.

In der Hochphase der Hippie-Bewegung (das Debütalbum „The Stooges“ kam ein Monat nach dem Woodstock Festival auf den Markt) ließ sich mit diesem vertonten Wahnsinn kaum kommerzielle Erfolge erzielen. Die Verkaufszahlen der Alben „The Stooges“ (1969), „Fun House“ (1970) und „Raw Power“ (1973) ließen deshalb sehr zu wünschen übrig, was wohl auch zum schnellen Ende der Stooges beitrug. Doch im Laufe der Jahrzehnte bildete sich ein überlebensgroßer Mythos um ein Quartett, das die berühmte Lebenskerze an beiden Enden gleichzeitig angezündet hatte.

Mit nur acht Songs und 35 Minuten Spielzeit fiel das Debüt der Stooges nach heutigen Maßstäben sehr übersichtlich aus. Zur damaligen Zeit war dies aber durchaus normal. Produziert hatte das Album kein geringerer als John Cale, der kurz zuvor seinen Hut bei The Velvet Underground nehmen musste. Cale gab sein Bestes, um die mitunter eingeschränkten Fähigkeiten der Musiker in einigermaßen geordnete Bahnen zu lenken. Die einfachen und prägnanten Texte Iggy Pops beschrieben zumeist das quälerisch öde Junkie-Leben oder beschäftigten sich mehr oder weniger deutlich mit sexuellen Themen, wie das berühmt-berüchtigte „I wanna be your dog“. Mit großer Wonne quäkte Mr. Pop das mit sadomasochistischen Anspielungen schockierende Stück aus den Speakern und steckte damit einen Mick Jagger locker in die Tasche.

„Love, Peace & Happines“ suchte der Hörer bei den Stooges vergeblich. Vielleicht ignorierte das Publikum die Platte deshalb mit einem schwachen Platz 106 in den US Charts. Zur Strafe verpassten alle Nichtkäufer des Albums kongeniale Stücke wie „Ann“ und „No fun“, die auf der Bonus-Disc der hier vorliegenden Deluxe Edition in bisher unbekannter, ungekürzter Länge zu hören sind. Zudem gibt es mit „We will fall” ein drogengeschwängertes Mantra in bester Doors-Manier und natürlich die Klassiker „1969“ und „I wanna be your dog“ zu bestaunen.

„The Stooges“ ist ein aufregendes Stück Musikgeschichte zwischen Hardrock, Punk und Psychedelic Rock, das in jede gut sortierte Plattensammlung gehört. Rock’n’Roll in Reinkultur, der durch die erweiterte Deluxe Edition aus dem Hause Rhino noch mehr an Qualität dazugewinnt. Essentiell!

Anspieltipps:

  • Ann (Full Version)
  • Not right (Alternate Vocal)
  • No fun (Original John Cale Mix)
  • Little doll (Original John Cale Mix)
  • I wanna be your dog (Original John Cale Mix)
Dieser Artikel ging am um 14:03 Uhr online.
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