The Stooges - Fun House (Deluxe Edition) - Cover
Große Ansicht

The Stooges Fun House (Deluxe Edition)


  • Label: Elektra/WEA
  • Laufzeit: 110 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Deluxe Edition dieses vertonten Selbstzerstörungstrips wurde nochmals um 14 Tracks ergänzt.

Mit gerade mal drei Studioalben in sechs Jahren Bandgeschichte fällt die kreative Ausbeute der Stooges recht mager aus. Dennoch zählt die 1967 gegründete Gruppe um Mastermind James Jewel Osterberg (alias Iggy Pop) zu den Legenden der Punkrockbewegung, die noch heute kultische Verehrung genießt. Ihr minimalistischer Sound war geprägt vom exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum der Mitglieder. Entsprechend roh und aggressiv fielen die Alben von Dave Alexander (Bass), Scott Asheton (Drums), Ron Asheton (Gitarre) und Iggy Pop (Vocals) aus. Noch „schlimmer“ waren allerdings die Bühnenshows, die regelmäßig zu wilden Ritten auf der Rasierklinge ausarteten, bei denen sich Iggy Pop zum Beispiel mit nacktem Oberkörper in Glasscherben wälzte und die Sau rausließ.

In der Hochphase der Hippie-Bewegung (das Debütalbum „The Stooges“ kam ein Monat nach dem Woodstock Festival auf den Markt) ließ sich mit diesem vertonten Wahnsinn kaum kommerzielle Erfolge erzielen. Die Verkaufszahlen der Alben „The Stooges“ (1969), „Fun House“ (1970) und „Raw Power“ (1973) ließen deshalb sehr zu wünschen übrig, was wohl auch zum schnelle Ende der Stooges beitrug. Doch im Laufe der Jahrzehnte bildete sich ein überlebensgroßer Mythos um ein Quartett, das die berühmte Lebenskerze an beiden Enden gleichzeitig angezündet hatte.

Nach den acht Tracks auf „The Stooges“ hatte die Band für „Fun House“ auch nur sieben Songs zusammenbekommen. „Fun House“ erschien knapp ein Jahr nach dem Debüt und zeigte die Band in einer noch schlimmeren Verfassung. Ex-Produzent John Cale wurde von Don Gallucci (Keyboarder der Kingsmen) abgelöst, um mit den Junkies unter chaotischen Umständen ein energiegeladenes Album aufzunehmen, das heute als die Definition des „Detroit Rock’n’Roll“ gilt. Rauer Garagenpunk, ergänzt um die zappaesken Sounds des Tenorsaxophonisten Steven Mackay, garniert mit Iggy Pops kurz vor dem Wahnsinn stehenden Schreiorgien (wie im nicht mehr zu beschreibenden Schlusstrack „L.A. Blues“), vollendet durch

Die Deluxe Edition dieses vertonten Selbstzerstörungstrips wurde nochmals um 14 Tracks ergänzt. Dabei handelt es sich um mehrere alternative Versionen bekannter Kracher wie „Loose“ (dreimal vertreten), „Fun house“ (zweimal) und „Down on the street“ (dreimal), die ursprünglich auf der längst vergriffenen 7-CD-Box „1970: The Complete Funhouse Sessions“ vertreten waren. Jetzt kommen all die in den Genuss dieser Tracks, die nicht zu den 3.000 glücklichen Besitzern der Box gehören. Darüber hinaus gibt mit den beiden Outtakes „Lost in the future“ und „Slide (slidin’ the blues)“ noch zwei echte Raritäten auf „Fun House“, sodass auch diese Deluxe Edition eine absolut runde Sache ist.

Anspieltipps:

  • Dirt
  • 1970
  • Fun house
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Stooges“
comments powered by Disqus