Youth Group - Skeleton Jar - Cover
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Youth Group Skeleton Jar


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Rezensionen, bei denen reicht nur ein Satz, um eine Völkerwanderung in Richtung CD-Laden auszulösen. In unserem Fall klingt das so: „Skeleton Jar“, das Zweitwerk der australischen Band Youth Group, klingt wie eine Mischung aus Pavement und Death Cab For Cutie – und zwar genauso gut wie die beiden Ikonen des Indie-Pop“. Wenn das kein Ritterschlag ist, weiß ich auch nicht weiter...

In ihrer Heimat sind die Jungs von Youth Group schon mit ihrem Debüt „Urban & Eastern” aus dem Jahr 2001 durchgestartet. Sie supporteten u.a. The Strokes, Clem Snide, Elliott Smith und The Vines und wurden von der Presse stürmisch gefeiert. Nun wollen sie auch den Rest der Welt erobern. Und zwar mit einer Platte, die auf den ersten Blick unscheinbar und gewöhnlich wirkt, aber nach einiger Zeit einen unheimlichen Sog entwickelt.

„Skeleton Jar“ ist das Werk von Sänger, Gitarrist und Songwriter Toby Martin, der die Band zusammen mit Drummer Danny Allen in Sydney gründete. Als weitere Musiker gesellen sich Cameron Emerson-Elliot (Gitarre) und Bassist Patrick Matthews dazu. Matthews ist übrigens hauptamtlich als Bassmann bei The Vines beschäftigt, dieser arg überschätzten Gruppe, die früher oder später am Ego ihres Frontmannes Craig Nicholls zerbrechen wird. Gemeinsam stellen sich die Vier als eine DER Überraschungen des Spätsommers 2005 heraus, indem sie ein Album mit elf Emo-Pop-Perlen abliefern, das selbst gestandenen Rezensenten Respekt abringt.

Wem der übersteigerte Pathos von Coldplay inzwischen auf die Nerven geht, sollte sich mal mit dem Songmaterial der Youth Group auseinandersetzen. Die Burschen schaffen es nämlich, Melancholie, große Melodien und Gitarren so zusammen zu bringen, dass der Hörer nicht an einer schwülstigen Emo-Keule und Eunuchengesang erstickt. Hier poltern die Drums und schrammeln die Gitarren, dass es eine wahre Freude ist. Mal geht es stürmisch und laut zu, wie beim Titeltrack, oder akustisch und akzentuiert wie in „Lillian lies“. Ja, und Sänger Toby Martin bringt natürlich eine Stimme mit, die wie geschaffen ist für gefühlsbetonte Songs wie diese.

Mit herausragenden Tracks der Marke „Baby body“, „See-saw“ und „Last quarter“ (um nur ein paar zu nennen) im Gepäck, wäre es den Australiern einfach zu wünschen, dass sie eine Chance bekommen, im Musikfernsehen gespielt zu werden. Vom Radio wollen wir gar nicht erst träumen. Da ist eh Hopfen und Malz verloren. Also votet fleißig für die Youth Group, bis MTVIVA klein beigeben!

Anspieltipps:

  • See-saw
  • Baby body
  • Shadowland
  • Last quarter
  • Piece of wood
  • The Frankston line
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