Black Belt - First Blood - Cover
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Black Belt First Blood


  • Label: Novoton Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„First Blood” war der Originaluntertitel des ersten von drei „Rambo”-Filmen mit Sylvester Stallone. „First Blood“ heißt auch das Debütalbum der Schwedischen Rockband Black Belt aus Stockholm. Der Unterschied: Wo der gute alte John Rambo mit der MP durchs Unterholz schlich und mächtig auf den Putz haute, entpuppen sich Martin Eriksson (Vocals, Gitarre, Bass), Joen Carlstedt (Gitarre, Bass, Vocals) und Andreas Avelin (Drums) als etwas flügellahmes Garagenrocktrio, das auf kreativer Seite gegen die Landsleute von Mando Diao mächtig ins Hintertreffen gerät.

Dabei sind die Zutaten gar nicht verkehrt. Der Bass bollert kernig und tief, die Gitarren schrammeln amtlich zwischen Midtempo und Kiss-Ass-Rock’n’Roll, produzieren gar das eine oder andere Stooges-Feedback („All to you“) und die verzerrten Vocals der beiden Sänger kreischen leicht übersteuert aus den Boxen. Das sollte eigentlich für ein starkes Album reichen, würde es nicht an eingängigen Melodien mangeln, die das überwiegend coole Riffing definitiv auf ein höheres Level gebracht hätten. So verkaufen sich die Schweden in den 38 Minuten (leider) unter Wert, denn die elf Stücke auf „First Blood“ (produziert von Johan „Earblaster“ Gustavson) können auf Dauer einfach nicht aus der breiten Masse skandinavischer Rotzrockbands herausragen.

Dieses Dilemma erinnert stark an die Armada von Stoner- und Doom-Rock-Kapellen, die auch nicht in der Lage sind, dem Genre im dritten oder vierten Aufguss etwas Neues hinzuzufügen. Dadurch fühlt sich der Hörer gelangweilt und dazu genötigt, viel stärker zu selektieren. Aller Voraussicht nach werden Bands wie Black Belt dadurch durch das Raster fallen, weil auch sie null Innovationen versprühen. Die gibt es nämlich auch im Retro-Rock, siehe Mando Diao, Jet und Kings Of Leon!

Dabei sind auf „First Blood“ durchaus gute Ansätze vorhanden, die man besser herausarbeiten hätte können. Darf man die Schuld deshalb ausnahmsweise mal auf den Produzenten schieben? Dieser ist nämlich nicht nur dazu da, den besten Sound herauszuholen, sondern auch auf kreativer Ebene Input zu geben. Und an dieser Stelle hapert es eben ganz besonders auf der Scheibe der Stockholmer.

Anspieltipps:

  • All to you
  • Shake it out
  • Plastic angels
  • Worship it, baby
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