The Prodigy - Their Law: The Singles 1990-2005 - Cover
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The Prodigy Their Law: The Singles 1990-2005


  • Label: XL Recordings/Beggars
  • Laufzeit: 73 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Bastard aus wilden Breakbeats und einem hohen Rock´n´Roll-Faktor.

Ein Bastard aus wilden Breakbeats und einem hohen Rock´n´Roll-Faktor entstand Anfang der Neunziger Jahre und wurde im Vereinigten Königreich aus der Taufe gehoben. Liam Howlett war damals Mit-Initiator dieser Welle und veröffentlichte Singles, die Titel wie „What Evil Lurks“, „Everybody In The Place“, „Out Of Space“ trugen und sich in Folge unnachgiebig in den britischen Charts aufhielten und für ein enormes Ausmaß an Furore sorgten. Das Albumdebüt „The Prodigy Experience“ aus dem Jahr 1992 erhielt nach kürzester Zeit die Goldene Schallplatte in England und Liam Howlett hatte sich in der Zwischenzeit mit Keith Flint sowie Tänzer Leeroy Thornhill Verstärkung geholt. Es folgten die Alben „Music For The Jilted Generation“ (1994), welches sofort die Spitze der britischen Charts besetzte und der endgültige Durchbruch mit „The Fat Of The Land“ (1996). „Firestarter“ und „Breathe“, um nur zwei ewige Klassiker zu nennen, füllen seitdem in regelmäßigen Abständen jede Indieclub-Tanzfläche und werden nach wie vor unentwegt mit The Prodigy in Verbindung gebracht. Liam Howlett und seine Jungs verschwanden jedoch weitestgehend von der Oberfläche, wobei Keith Flint und Maxim das scheinbar sinkende Schiff verließen und Solo-Platten herausbrachten. Im Alleingang erarbeitete Liam Howlett die Single „Baby´s Got A Temper“, welche er mittlerweile am liebsten aus seinem Schaffen streichen würde. Doch 2004 gab es mit dem kaum noch für möglich gehaltenen Album „Always Outnumbered, Never Outgunned“ eine ordentliche Rückmeldung, die Liam mit Gastauftritten von Juliette Lewis, Princess Superstar und den Gebrüdern Gallagher schmückte.

Nach 15 Jahren The Prodigy ist es nun Zeit für eine Werkschau, die ihre volle Berechtigung hat und in geballter Form Energie und den einmaligen, mit Zitaten der Popmusik gewürzten, Sound der zahlreichen Singles schmackhaft wiedergibt. Lediglich „Baby´s Got A Temper“ fehlt, doch das war nach Liams Aussagen zu diesem Track vorhersehbar. Wie in letzter Zeit üblich, erscheint diese Compilation in verschiedenen Formaten und weist in der hier besprochenen einfachen CD-Variante wenig Neues auf. Neben vielen sogenannten „05 Edits“ und Original-Versionen erstrahlen lediglich „Charly“ und „Everybody In The Place“ im modifizierten Remix-Gewand. Das mindert den Wert dieses essentiellen Werkes einer der interessantesten Bands aus den Neunzigern jedoch keineswegs, wenn man einmal die langjährigen Fans außen vor lässt. Diese dürften mit der Doppel-CD Variante besser bedient sein, denn B-Seiten und Live-Stücke runden das Geschehen elegant ab. Für Hardcore-Fans sollte selbst die üppige Variante wenig relevant sein und eher der Komplettierung bestehender Sammlungen dienen. Für Quereinsteiger oder Sympathisanten The Prodigys gleicht diese Anschaffung schon fast einem Pflichtkauf, wird sie sich doch äußerst gut in das Plattenregal einfügen und die sog. Rave-o-Lution dort glanzvoll mit pophistorischer Relevanz repräsentieren. Ob man, abgesehen von den Liveauftritten, noch von einer Band sprechen kann und die gesamte Crew noch einmal zu einem kreativen Höhenflug ansetzt, bleibt abzuwarten. Bis es Klarheit darüber gibt, schwelgt man mit dieser CD bzw. diesen CDs in prächtiger Erinnerung an die Zeit, als man erschrocken und nicht minder mitgerissen von der scheinbar unmöglichen Fusion aus Breakbeat und Rockmusik hörte und nicht mehr still sitzen konnte, sobald das Video zu „Firestarter“ in seligen musikrelevanten MTV/VIVA-Zeiten im Fernseher lief und die kleinen Boxen zu bersten drohten.

Anspieltipps:

  • Breathe
  • No Good (Start The Dance)
  • Everybody In The Place
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