Jackie Cola - Kein Zurück Mehr - Cover
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Jackie Cola Kein Zurück Mehr


  • Label: Neuwerk 13/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es beginnt mal wieder: Der freudige Spaß der Plattenfirmen, alles was gerade im Trend ist und nicht bei Drei auf den Bäumen verschwindet, aus den Proberäumen unter Vertrag zu nehmen, um dann festzustellen, dass sie das Ende des Trends verschlafen haben. Zwar ist mit der Band Tokio Hotel der Trend noch nicht zuende, aber man sehnt ihn sich doch schmerzhaft herbei. Jackie Cola ist ebenfalls so eine Band, die lieber noch in ihrem Proberaum geblieben wäre. Das Trio aus Freiburg ist ein Paradebeispiel für eine klassische Vorband, die nicht aus ihrem Dasein als solche herauskommen wird und lieber auf Partys ihrer Freunde spielen sollte.

Die erste Single „Alles was ich wollte“ ist bereits ein kleiner Hit. Wochenlang belegte er die Poolposition der „Das Ding“ Hörercharts (SWR) und bei besonic.com. Zudem gab es Auftritte bei hochkarätigen TV-Formaten wie Dismissed (MTV) und der Abschlussklasse (Pro7). Die Single selbst besteht allerdings aus nichts als schlechtem Text, langweiliger Musik und einem Gesang, der der Gesangslinie des Songs nicht würdig wird. Dabei gibt es bessere Lieder von Jackie Cola, auch wenn die immer noch nicht gut sind. Die Band versteckt sich hinter dem Attribut „Fun-Punk“, um Lieder wie „Auf Ex“ oder „.Ex-Rockstar“ zu rechtfertigen. Dabei hat sie wohl nicht mitbekommen, dass selbst Fun-Punker wie Green Day oder Blink 182 mehr auf dem Kasten haben, als Reim-dich-oder-ich-beiß-dich-Texte à la „Ich komm mir vor wie nach ’nem Gegentor“ in „Wir (hatten)“.

Selbst die schlechtesten Sportfreunde-Stiller-Lieder haben mehr Charme als die Songs von Jackie Cola. Doch gerechterweise muss man aber auch sagen, dass die Band hin und wieder gute Momente hinbekommt. „Kein Zurück“ ist als bester Song zurecht der Track, nachdem das Album benannt ist. Schon geradezu ohrwurmartig frisst sich der Refrain in die Ohren des Hörers. Auch das Gitarrensolo von Niki in „Auf Ex“ zeigt das Können des Gitarristen. Auch Jeremy (Drums) und Chris (Bass) bieten eine solide Leistung, machen aber nichts Außergewöhnliches. Das Problem bei einigen Liedern ist das Live-Gefühl auf eine Platte zu verpacken. Ein Song wie „Noch lange nicht genug“ funktioniert live garantiert sehr gut, wirkt aber auf dem Album einfach nur lahm. Ähnlich läuft es bei „Was kann ich denn dafür“, nur dass sich die „Dap-dadas“ geschickt ins Ohr singen.

Das Problem bleiben die Texte. In einfachstem Reimschema singt Sänger Niki die simplen Texte und der Hörer kann bei jedem Wort am Ende der Textzeile erraten, wie der Text weitergeht. Teilweise klingt der Gesang, als hätten Jackie Cola viel zu viel Sportfreunde Stiller gehört. Leider bekommen sie den Charme der Bayern nicht mal annähernd hin. Fehlender Charme und schlechte Texte, das spricht nicht gerade für eine deutschsprachige Band.

Eigentlich ist der Name „Jackie Cola“ ein Begriff für ein Mixgetränk, das aus Whiskey und Cola besteht. Diesen Begriff wird und darf die gleichnamige Band nicht ablösen. Betrachtet man aber die kommenden deutschsprachigen Bands wie Tokio Hotel und Revolverheld, ist Jackie Cola wohl noch ein echtes Highlight.

Anspieltipps:

  • Kein Zurück
  • Was kann ich denn dafür?
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