Saltatio Mortis - Des Königs Henker - Cover
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Saltatio Mortis Des Königs Henker


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Gitarre, Dudelsäcken und Percussion erzeugen Saltatio Mortis ein ideales mittelalterliches Ambiente.

In Zeiten, in denen Subway To Sally sich über deutlich mehr Interesse freuen können, In Extremo in die Charts stürzen und Schandmaul bei Saturn Autogrammstunden geben, ist es nicht gerade schlecht um die Mittelalterliche Musik beschert. Grund genug, dass man sich auf weitere Combos stürzt, die bereits ihre Fanbasis haben. Saltatio Mortis ist so eine Band, die seit 2001 ihre Musik produktiv unter den Menschen verteilt.

Angefangen hat die Spielmanns-Combo auf Mittelalter-Märkten, denen sie auch weiterhin treu sind. Aber auch Konzerthallen und Festivals weiß die Band gekonnt in ihren Bann zu ziehen. Mit „Des Königs Henker“ steht nun das dritte reguläre Rockalbum in den Regalen, insgesamt ihre fünfte CD. Dennoch kann auch dieses Werk nicht wirklich überzeugen. Gerade die Kombination aus neuen (E-Gitarre) und mittelalterlichen Instrumenten (Dudelsack) missglückt der Band. Es gelingt ihnen einfach zu selten ihre Dudelsäcke in das richtige Arrangement zu packen. In „Rette mich“ spielen die schottischen Hofinstrumente die eigentliche Gitarrenmelodie und heben sich damit nicht sonderlich hervor. Es klingt eher, als würde man eine Variante von Linkin Park hören. Dadurch verliert die Band auch gleich ihren Charme als mittelalterliche Band, was man auch besonders bei „Des Königs Henker“ und „Mondlicht“ hört. Allerdings können Saltatio Mortis ihre Instrumente auch abstrakt in ihrer Musik einsetzen – der einzig vernünftige Weg solche exotischen Instrumente zu verwenden.

Das vertonte Herman-Hesse-Gedicht „Verführer“ ist ebenfalls keine Besonderheit, sondern ein gewöhnliches Rockbrett mit Dudelsack-Einlage. Diese musikalische Thematik zieht sich durch nahezu alle Songs von „Des Königs Henker“. Hesse ist allerdings nicht der einzige Gast-Lyriker. Ebenso bedient sich die Band bei „Ecco Gratum“ aus der Carmina Burana, einer Sammlung von Lied- und Dramentexte aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Die Band, die sich nach dem Totentanz benannt hat, mit dem der Tod die Sünder in die Hölle führt, kommt aus der Umgebung von Mannheim und hat eine sehr interessante Zusammenstellung. Beispielsweise ist der Schlagzeuger Lasterbalk der Lästerliche der einzige der 7-köpfigen Band, der kein Dudelsack spielt. Ansonsten gibt es neben den klassischen Rock-Instrumenten (Gitarre, Bass, Schlagzeug) natürlich die obligatorischen mittelalterlichen Instrumente, wie Schalmei und Drehleier. Der Gesang von Alea der Bescheidene ist alles anderes als bescheiden. Er schafft es mühelos gefühlvoll und kraftvoll jedem Song die nötige Gesangseinlage zu geben. Leider der einzige Pluspunkt bei der musikalischen Darbietung. Jedoch gibt es auch Songs, die der Band sehr gelungen sind. Neben „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist „Ecce Gratum“ ist so ein Lied und zeigt die Stärke der Band. Mit Gitarre, Dudelsäcken und Percussion erzeugen sie ein ideales mittelalterliches Ambiente, so dass man sich fragt, warum die Band nur den Anspruch hat, Modernes und Altes zu verbinden, wenn das Alte so viel besser funktioniert.

Anspieltipps:

  • Ecce Gratum
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt
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