Anna Sahlene - Photograph - Cover
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Anna Sahlene Photograph


  • Label: B Factory/DA Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man eine CD vor sich liegen hat, die schon als Pop Album mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Photograph“ angekündigt wird und deren Cover noch dazu von einem aalglatten Blondinengesicht geziert wird, hält sich die Entdeckungsfreude eher in Grenzen. Hat die Welt nicht irgendwann genug von schönen Frauen, die alle über Nichts singen, dabei umwerfend aussehen und dann monatelang nicht mehr aus den Charts zu kriegen sind? Nun gut, die Welt wahrscheinlich nicht, wohl aber das wohl gehütete Plattenregal eines jeden Musikliebhabers. Dennoch sollte jede CD ihre Chance bekommen – und in Anna Sahlene´s Fall ist das auch gar nicht so schlecht. Sie überrascht nämlich mit einer mal mitreißenden, mal rauen, mal kräftigen Stimme und einer großen Portion Gute-Laune-Faktor.

Produziert wurde „Photograph“, das zweite Album der schwedischen Sängerin von Darryl Swann (Macy Gray) bereits 2004 in Los Angeles. Das Album enthält 13 solide Popsongs, die die verschiedensten Stile vereinen und dabei Refrains bieten, die sofort im Gedächtnis bleiben. Das Album wird eröffnet mit dem Titel „Creeps“, der ersten Singleauskopplung des Albums. “Creeps“ bietet zwar eine schöne Mischung aus Rock, Pop und Soul, sollte aber übersprungen werden, wenn man noch etwas damit warten will, Anna Sahlene in eine eher unschöne, wenn auch häufig verbreitete Schublade zu stecken.

Empfehlenswert sind hingegen Titel wie „Mama Put Your Gun Down“, denn hier kommt einerseits Anna Sahlene´s Stimme angemessen zur Geltung, und mit einem starken Reggae-Einfluss stellt der Titel eine willkommene Abwechslung dar. Die Ballade „Damn Good Try“ ist eine vom Piano begleitete Ballade, die mit schönen Streicherarrangements aufwartet.

Nichtsdestotrotz lässt es sich nicht vermeiden: Betrachtet man das Werk als Ganzes, ist es wohl eher eine Ansammlung von – wenn auch guten – Popsongs, die weder für sich noch über die Künstlerin viel Aussagekraft besitzen. Die verschiedenen Stilrichtungen sind vielleicht marketing-technisch gesehen eine nette Idee, jedoch wirkt es ebenso unbeholfen wie uneigenständig. So, als hätte sich die Schwedin sich für nichts entscheiden können – oder einfach nur das gemacht, was ihr geraten wurde, ohne dabei auf sich selber zu achten.

Talent wäre sicherlich vorhanden, nur fehlte bei dieser Produktion leider der Mut zur Eigenständigkeit. Und genau das ist es, was das Album vom Platz im Plattenregal ab- und eben doch nicht von der unschönen Schublade der überflüssigen Musik fernhält. Aber wer weiß, für die Charts reicht es ja vielleicht trotzdem oder eben darum - und dann steht dem Erfolg noch einer schönen Frau nichts mehr im Wege.

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