a-ha - Analogue - Cover
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a-ha Analogue


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Eindruck bleibt positiv und offenbart viele Details.

Zum 20. Jahrestag ihres Einstieges in die Billboard Top 100 mit “Take On Me” und dem Debütalbum “Hunting High And Low” kehren A-ha auf die Bühnen zurück und servieren uns pünktlich zum Tourstart das achte Album “Analogue”. Drei Jahre nach dem mit Glanztaten und einigen Schwachpunkten gleichermaßen besetzten Longplayer „Lifelines“ haben Morten Harket, Paul Waaktar-Savoy sowie Magne Furuholmen in der Zeit von Februar bis Juli 2005 die neuen Songs aufgenommen, um sie in der Folgezeit gemeinsam mit Flood abzumischen. Paul sieht sich selber als Fan der Arbeiten von Flood, die illustre Namen wie die der Smashing Pumpkins, U2, PJ Harvey und Depeche Mode tragen. Während aus dem Kreis der Band unzufriedene Stimmen über die letzte CD in Verbindung mit den verschiedenen Produzenten laut wurden, entschieden sich A-ha bei „Analogue“ für Martin Terefe als alleinigen Partner, der sich als Berater einschaltete und die derzeitige Single-Auskopplung „Celice“ in dieser bestechenden Fassung erst möglich machte, indem er die ursprünglich sehr dunkle Ballade in ein Uptempo-Gewand transferierte.

Durchaus beschwingt ist dann auch der Auftakt mit „Celice“ als Opener und dem von Pianosounds umrahmten „Don´t Do Me Any Favours“, welches ebenso durch Akustikgitarren und eine unwiderstehliche Rhythmik den geneigten Hörer treibend empfängt. Wunderbar vielseitig zeigen sich A-ha von ihrer besseren, wenn nicht gar besten Seite. Es findet sich elektronisches Beiwerk, Anleihen bei den Sounds der 60´er/70´er und Streicher-Arrangements in Form von balsamartigen Wellen. Der persönliche Favorit der Band, „Cosy Prisons“, steigert sich von träumerischer Zerbrechlichkeit zu beat-umwobenen, opulenten Arrangements. Überhaupt ertappt man sich oft beim mitunter abgedroschenen Gedanken, dass wir es auf diesem Album mit unverbrauchten, frischen bzw. gekonnt anders verbundenen Elementen aus großen Teilen der Popgeschichte zu tun haben. Schmachtfetzen wie „Birthright“ umschmeicheln uns mit herzensguter, angenehm dosierter Niedergeschlagenheit und umschiffen jeden noch so kleinen Anflug von kitschigen Bombast-Felsen. Handzahm heißt in diesem Song nicht seicht oder blass, sondern großartig und wahrhaft wunderschön. Pianotupfer erklimmen so manch´ Songgerüst und lassen die dunkle Jahreszeit in ihrem schmucken Glanz in Moll aufblühen.

Zwischendurch blinzelt die Sonne hervor und lässt gar opulenteren Singer/Songwriter-Charme in „Over The Treetops“ und „Halfway Through The Tour“ zu. Es sind genau die richtigen Zutaten, um die Leichtigkeit nicht zu vergessen und sich mit einem Lächeln im Gesicht auf das Sofa fallen zu lassen, während die Gänsehaut bei anderen Songs das Zepter in die Hand nimmt. Unerwartete Ausbrüche wie in „Make It Soon“, die durch forcierte E-Gitarren und einen druckvollen Bandsound erklingen, lassen uns staunenden Blickes mit ihrer Verschrobenheit aufhorchen und versprühen den deutlichen Eindruck, dass A-ha ihre Kreativität nicht an das Aufwärmen bekannter Trademarks verschenkt haben. Schöngeistige Wohlfühlmomente bestimmen dennoch größtenteils das Geschehen und bereiten dem Longplayer zum Ende hin auch einige Schwierigkeiten. Das belebende Pendeln zwischen Balladen und schnelleren Werken verwandelt sich im letzten Viertel zu einer etwas harmlosen, gleichatmigen Stimmung, die stark an Zugkraft sowie Erhabenheit verliert und lediglich vom angesprochenen „Make It Soon“ durchbrochen wird. Dennoch bleibt der Eindruck positiv und offenbart viele Details, die Lust auf die anstehende Tour machen und „Analogue“ einen lang anhaltenden Zuspruch zusichern.

Anspieltipps:

  • Analogue
  • Birthright
  • Over The Treetops
  • Make It Soon
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