Juli - Ein Neuer Tag - Cover
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Juli Ein Neuer Tag


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei bis vier potenzielle Radiohits auf einem ansonsten farblosen Album.

Puh, die Fans dürfen aufatmen! Auf Julis zweitem Album nach dem unfassbar erfolgreichen „Es ist Juli“ (über 700.000 verkaufte CDs in zwei Jahren) ist alles beim alten geblieben, auch wenn für die Band natürlich nichts mehr so ist, wie es vorher war. Musikalisch hat sich die Ochsentour aus Promoarbeit, Preisverleihungen und ausverkauften Tourneen jedenfalls nicht negativ auf die Musik von Juli ausgewirkt, auch wenn das Album ein Jahr hinter dem geplanten Veröffentlichungstermin hinterher hinkt. Fassen wir zusammen: Ein kreativer Quantensprung ist bei den Gießenern ebenso ausgeblieben, wie der große Totalausfall, der schon viele Bands beim ersten Album nach dem großen Erfolg ereilte.

Umrandet von drei garantierten Hitsingles – „Die perfekte Welle“, „Geile Zeit“ und „Regen und Meer“ heißen nun „Du nimmst mir die Sicht“, „Zerrissen“ und „Dieses Leben“, wobei letzterer Song bereits die Top 5 der deutschen Charts geknackt hat – präsentieren Juli insgesamt ein Dutzend Lieder mit überwiegend melancholischen Melodien und der typischen Eva-Briegel-Botschaftslyrik. Dabei unterscheiden sich Juli von Mitstreitern wie Silbermond (rockiger) und Wir Sind Helden (verspielter) vor allem dadurch, dass ihre Songs relativ schematisch klingen, was sowohl positiv (die Stones spielen auch seit gefühlten 100 Jahren ein und denselben Song), als auch negativ (weshalb ist diese junge Band in ihrem Stil so festgefahren?) ausgelegt werden kann.

„Du nimmst mir die Sicht“ zählt definitiv zu den besten Juli-Stücken – das Debütalbum mit eingerechnet. Aufbau (Tempowechsel, Laut-Leise-Dynamik) und Gitarrensound erinnern frappierend an U2, der Refrain geht sofort ins Ohr und Evas Gesang ist klasse. Dasselbe Muster, aber mit einer schwächeren Melodie, bedient „Bist du das“. Die Gitarren rocken hier etwas lauter, dennoch bleibt das Stück blass. „Zerrissen“ und „Egal wohin“ sind klassische (Halb-)Balladen mit hymnischem Touch, während „Wer von euch“ einen luftig-leichten Gegenpart in Form von balladeskem Betroffenheitspop darstellt. Die übrigen Songs schwimmen unauffällig/durchschnittlich in der Masse mit und ehe man sich versieht, ist der neue Tag ein gebrauchter. Das geht unterm Strich mit viel Wohlwollen okay. So schnell wird man Juli eben nicht los. Und schon gar nicht mit drei bis vier potenziellen Radiohits auf einem ansonsten etwas farblosen Album.

Anspieltipps:

  • Zerrissen
  • Dieses Leben
  • Wer von euch
  • Du nimmst mir die Sicht
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