Sandy - Frame Of Mind - Cover
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Sandy Frame Of Mind


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal entscheidet das schlechte Gedächtnis der Käufer über die Chartplazierung einer CD: Das Debütalbum der Ex-No-Angels-Sängerin Sandy names „Unexpected“ erreichte 2004 immerhin Platz 13 der Albumcharts und das aktuelle Zweitwerk schaffte nur noch Platz 53. Die aus der erfolgreichsten Castingband Deutschlands, den No Angels, kommende Sandy beweist, dass der Begriff Casting nicht gleichbedeutend mit unterirdischer Qualität sein muss. Der nach dem Aus der Engel schnell produzierte Solosilberling erschien mit viel Promoarbeit beim Branchenriesen Universal und schaffte die erwartete Chartplazierung recht locker. Zwei Jahre danach singt Sandy für den anderen Riesen Warner und mit recht wenig Werbeaufwand läuft es wohl in die falsche Richtung. Dabei schrieb diesmal die ehemalige Jeansverkäuferin an den meisten Songs mit und trotz aller Vorurteile kann man sich die CD mit den 14 Songs wirklich anhören.

Die erste Singleauskoppelung „Crash“ ist eine Coverversion des Primitives-Hits aus den 80er Jahren und schien eine sichere Bank zu werden: Ein starker Temposong, der Sandys heller Stimme lag. Doch so wirklich überzeugte dieser den Käufer nicht, obwohl der Track doch offensichtlich Qualität und den angesagten Charme der 80er Jahre besitzt. Nach dem erwähnten Opener folgt mit „It's over“ ein Song mit Tempowechseln, der zwar nicht wegweisend und innovativ scheint, aber durchaus gefällt. Zum Ende des abwechselungsreichen Tracks wird deutlich, dass dieses Album eine Spur härter geworden ist und nicht nur auf die auffällige Stimme der Sängerin gesetzt, sondern auch radiotauglich gerockt wird. Bei „Verdict“ kommt es fast schon düster aus den Boxen und es wird ebenfalls etwas lauter. Mit „Gone“ ist dann die erste Ballade zur Stelle: Sandy verarbeitet textlich und musikalisch den Verlust ihres Stiefvaters und das endet dann doch eher in der üblichen Baukastenballade vom Reißbrett und ihre Stimme erreicht doch Höhen, die sie eher störend wirken lassen.

Nach dem radiotauglichen und eher unauffälligen Mittelteil läutet „Living without you“ den wieder besseren Schluss ein: diese Ballade wurde zu Recht als zweite Single ausgewählt, denn mit immer weiteren einsetzenden Instrumenten, vor allem Drums und Gitarren, entsteht eine überdurchschnittliche Ballade mit hohem Rockanteil. „Speed of Love“ ist ein ziemlich rockige Liebeserklärung, der es nur an etwas Abwechselung fehlt. Dann rundet mit „Happiness amazing“ eine Ballade die CD ab: ohne jegliches Tempo wird dieser Song mit seinen chilligem Charme trotzdem nicht langweilig. „We can“ drückt ebenfalls auf die Bremse, aber zusammen mit Duettpartner Jan van der Toorn, der eine sehr weiche Stimme hat, schafft Sandy die sanfte Ballade mit Anspruch, die unbedingt ins Radio sollte.

Bei der Bewertung gibt es immer zwei Seiten. Es klingt meistens gut, trotzdem beinhaltet der Longplayer insgesamt keine langlebigen und besonders ausgefeilten Songs. Der kleine musikalische Wechsel zu härteren Elementen garniert mit Balladen bringt aber überraschenderweise eine durchaus annehmbare CD hervor. Es stellt sich nur die Frage, ob Sandy noch eine Chance im schnelllebigen Musikgeschäft bekommt oder wie ihre ehemaligen Kolleginnen von den No Angels im Niemandsland verschwindet.

Anspieltipps:

  • Crash
  • It's over
  • Living Without You
  • Happiness Amazing
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