Julian Heidenreich And The Truck Driving Buddhas - The Secular Proof - Cover
Große Ansicht

Julian Heidenreich And The Truck Driving Buddhas The Secular Proof


  • Label: Neuwerk 13/EDEL
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich wäre es Zeit, einen neuen Trend auszurufen, denn die Anzahl der „And“-Gruppierungen steigt und ist bestimmt so hoch, wie die Anzahl der „The“-Bands. Emmerhoff AND The Melancholie Babies, Kristofer Aström AND The Hidden Truck, Robert Plant AND The Strange Sensation, um nur einige zu nennen. Nun folgt ein weiterer Act, der sich auch gleich qualitativ in die Reihe der genannten Bands reihen darf. Die Rede ist von Julian Heidenreich AND The Truck Driving Buddhas, die mit „The Secular Proof“ ihr erstes Album verkaufen wollen.

Julian Heidenreich wurde bereits mit 4 Jahren zur Musik gebracht. Als junger Musiker spielte er in seiner Kindheit Geige in vielen Orchestern. Seine erste Rockband gründete er mit 16 und nannte sie Rotamind. 2000 bekam die Band einen Plattenvertrag und brachte 2002 ihr Debütalbum bei Zomba raus. Der Erfolg bleibt aus und Julian fängt an seine Solo-CD zu schreiben. Mit nun 24 Jahren hat der Münchener ein Album geschaffen, das mit einer Mischung aus Melancholie und Euphorie mit einfachsten Mitteln die Momente schafft, die man an alten Oasis-Songs oder Sigur-Rós-Werken liebt. Gleichzeitig ist es der ideale Soundtrack für einsame Spaziergänge auf einer langen, einsamen Landstraße an einem bewölkten Oktobersonntag.

Das Album beginnt mit Julians leicht leidender Stimme und einem verhaltenden Flügel in „Something sweet“. Die einsetzenden Drums treiben den Song voran und der Hörer befolgt den Befehl des Songwriters: er schließt seine Augen und folgt den kleinen Geschichten, schönen Melodien und großen Emotionen, die sich auf „The Secular Proof“ befinden.

In der Single „Perfect match“ wird das perfekte Paar und seine Liebe, die im großartig-arrangierten Finale besungen wird, behandelt. Heidenreich beweist sich als wundervoller Dynamiker, dem man jeden Schmerz seiner rauen Stimme abnimmt. „Black suit and white tie“ ist dagegen wieder leicht arrangiert. Zwar stampfen die Verse auf gewaltigen Zehenspitzen voran, doch der Refrain fließt mit seinem Flügel im ¾-Takt direkt in den „Lake A“ und findet seine Fortsetzung im wunderbaren „The secular proof“. Das Flügelintro, das sich durch den Song durchzieht, hat so viel Wärme und Spannung, das man gar nicht weiß, wie sich der Song noch steigern soll. Doch Heidenreichs Gesangsmelodie im Refrain sprengt dann gänzlich den Rahmen des Fassbaren und man ist schon geneigt, diesen Song als das Großartigste anzusehen, was man in diesem Jahr gehört hat.

Flotter wird es mit „Spring inside“. Mit der Leichtigkeit eines Jack Johnson schwingt Heidenreichs Hand über die Gitarre, während leise eine kleine Melodie einsetzt und gleich wieder aufhört, nur um später wieder Hallo zu sagen. Das Gespür für Einsätze und Dynamik ist nahezu umwerfend gut. Mit „Venus eye“ verabschiedet sich der Bayer und lässt noch mal Drums gegen seine mit Delay-bearbeiteten Stimme kämpfen. Doch auch dieser Akt zerstört nicht mehr den Gesamteindruck des Albums, sondern wirkt eher mutig, so einen Kontrast auf dem Album musikalisch zu thematisieren.

Von Vorhersehbarkeit kann man partout nicht sprechen und bevor man sich versieht, ist die CD vorbei. Nach etwa 40 Minuten. Jetzt sollte man die Augen wieder öffnen, denn sonst findet man die „Repeat“-Taste nicht.

Anspieltipps:

  • Spring inside
  • Perfect match
  • Something sweet
  • The secular proof
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Julian Heidenreich And The Truck Driving Buddhas“
comments powered by Disqus