Funker Vogt - Navigator - Cover
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Funker Vogt Navigator


  • Label: Synthetic Symphony/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer heutzutage eigene Musik machen will, ist wesentlich besser dran, als die vorigen Generationen. Heutzutage braucht der Interessierte nicht viel, um Musik aufzunehmen und es ist vergleichsweise auch nicht mehr so teuer, obwohl man natürlich bereit sein muss, eine Menge Geld in sein Hobby zu stecken. Aber selbst die Beschaffung ist nicht unbedingt das Problem: Jungs sparen ihr Geld, was sie beim Wehrdienst verdienen und Mädchen das Geld, das sie sparen, wenn sie sich von Jungs einladen lassen. Und schon kann es losgehen: PC, Soundkarte, Audioprogramm, Kabel, Mikro, Instrument – fertig.

So einfach ist das. Und deswegen wird es auch immer schwieriger mit seiner Musik wahrgenommen zu werden, weil die Konkurrenz zu groß ist. Funker Vogt ist eine solche Gruppe, die sich warm anziehen muss, denn das, was die Herren auf ihrem neuen Album „Navigator“ präsentieren, ist nicht unbedingt umwerfend und revolutionär. Zwar sind die rauen Synthesizer-Melodien nicht so einfallslos wie bei Genre-Kollegen, dennoch sind die 13 Songs keine Offenbarung.

Wie schon auf den vorigen sieben Werken, zieht auch bei „Navigator“ das Thema „Krieg und seine Folgen“ einen roten Faden durch das Album. Es geht vor allem um die menschlichen Abgründe wie in „Fallen hero“ und „Thought of a soldier“. Funker Vogt zeigen im trockenen Realismus, mit was sich der Soldat konfrontieren muss. Die Texte stammen erneut von Kai Schmidt, wobei diese wie auch der Gesang immer im Hintergrund stehen. Das Beherrschende des Funker-Vogt-Sounds sind die Keyboards und Beats, die – Achtung! – variieren können, das aber zu selten auch tun. Bekanntermaßen ein generelles Problem des Genres: Viele Bands möchten sich gar nicht weiterentwickeln. Funker Vogt stellen damit schon eine Ausnahme dar, denn in den Songs „No tomorrow“, „Starfighters“ und „Vorwärts!“ kann man tatsächlich Gitarren hören!

Vollkommen ruhig und absolut untypisch für Funker Vogt ist „Für dich“. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die kreative und individuelle Besserung, aber leider zu spät und leider auch ein Einzelfall. Dennoch hat man bei „Für dich“ zum ersten Mal das Gefühl, als würde die Band keine große Distanz aufbauen und diese Angreifbarkeit bewusst zulassen.

Live steht stehen Jens Kästel und Gerrit Thomas noch die Herren Björn Böttcher (Keyboards) und Frank Schweigert (Gitarre) zur Seite. Die Musik ist durchaus gut zum Feiern und die Texte sind - wenn man es denn möchte - zum Nachdenken geeignet. Wehrdienstverweigerern wird allerdings nicht viel Neues erzählt.

„Navigator“ funktioniert ausschließlich bei absoluten Fans des Genres. Die handelsübliche Elektromusik ist eher was für die Bundeswehr-Disko in jeder kleinen Provinzstadt geeignet. Das sind dann diese Art von Diskos, die man als Rockfan meidet.

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