Dope Stars Inc. - Neuromance - Cover
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Dope Stars Inc. Neuromance


  • Label: Trisol/SOULFOOD
  • Laufzeit: 139 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine junge Band ihr Debütalbum auf den Markt bringt, ist meistens die CD sehr spartanisch gestaltet. Mit sehr viel Glück gibt es zu der regulären CD eine Limitierte Edition, doch meistens reicht es die CD im stillosen Plastik zu liefern. Vermutlich wird in naher Zukunft sogar nur noch ein Rohling und der Link zu einem Filesharingprogramm verkauft, sofern sich die CD überhaupt noch durchsetzt. Die Plattenfirma Tristol Music Group fährt eine andere Politik und verkauft die CD von ihrer neuen Band Dope Stars Inc im großen Stil. Nicht kleckern, sondern klotzen lautet hier die Devise und so wird die CD in einem unübersehbaren A5-Format an den Mann gebracht. Das aufwendig gestaltete 32-Seiten-Booklet lässt auch die am meisten gehypte Newcomerband neidisch werden und zu allem Vergnügen der Fans liegt der regulären CD auch noch eine Bonus-CD mit Remixen und Coverversionen bei. Ein ziemlich hoher Aufwand für ein Independent-Label, doch was die Dope Stars Inc den Zuhörern bietet ist allemal revolutionär und deshalb ist das Engagement legitim.

Das Album beginnt mit dem bereits bekannten „10.000 Watts“. In einem unvergesslichen Mix aus Techno, Rock und Punk schafft die Band das ungewöhnlichste Musikstück des Jahres und schafft den Eintritt sowohl in Alternative- als auch in Techno-Diskos. Diesen aufwendigen Stilspagat ziehen Victor Love (Gesang, Gitarre, Synthesizer, Programming), Grace Khold (Synthesizer), Darin Yevonde (Bass) und Alex Vega (Gitarre) nahtlos durchs ganze Album. Besonders das Schlagzeug sorgt für die nötige Breite. Mal ist es wie in einem Techno-Song programmiert („Infection 13“), dann wütender Industrial („Vyperpunk“) und letztendlich verblüffen die Nu-Metal-Drums („Generation Plastic“) den Zuhörer komplett. Auch wenn es zunächst den Anschein hat, dass sich alle Songs zunächst sehr ähneln, gibt es doch gravierende Unterschiede, sei es durch den warmen Gesang von Love in „Platinum girl“ oder den hymnischen Rocksong „Make a star“, wobei der elektronische Ansatz niemals vernachlässigt wird. Die Electronica-Spielereien wie in „Generation Plastic“ sind nette Effekte, die das Stück zwar nicht verständlicher machen, aber dennoch aufwerten.

Zwei Jahre hat sich die Band mit ihrem Meisterwerk Zeit gelassen. Das Ziel, die rebellische Weltsicht des Punk mit der Zerstörungswut des Industrial und der Romantik des Gothic zu vereinen ist definitiv aufgegangen, auch wenn das Resultat spätestens nach der Hälfte etwas durchschaubar wird und manchmal sogar abgedroschen klingt („Plug’n’die“). Dagegen bietet dann die Remix-CD wieder unerwartetes. Der exklusive Track „I’m overdriven“zu den vorigen Liedern wirkt nahezu erfrischend. Die Coverversionen von London After Midnight („Kiss“) und HIM („Right here in my arms“) wirken hingegen wieder etwas dumpf. Der Rest der zweiten CD bricht hingegen noch mal alle Stilgrenzen auf, die man sich vorstellen kann. Der Electronica-Remix von „10.000 watts (Funker Vogt Remix)“ ist zwar nicht unbedingt neu, aber dennoch eine gute Alternative. Die popige Remixe von „Vyperpunk (Deathstars Remix)“ und „Generation plastic (Carmilla Remix)“, sowie die charmante Frauenstimme in der Siderartica Version von „Make a star“ überragen auf der CD. Aber auch der Rest kann sich hören lassen, ist aber sehr schnell zu anstrengend für das ungewöhnte Ohr. Alles in allem ist „Neuromance“ für Fans des Genres eine Offenbarung, für alle anderen bleibt es allerdings etwas unverständlich.

Anspieltipps:

  • 10.000 Watts
  • Make a star
  • I’m overdriven
  • Vyperpunk (Deathstars Remix)
  • Make a star (Siderartica Version)
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