Kanye West - Late Registration - Cover
Große Ansicht

Kanye West Late Registration


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 71 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Kanye West darf zurecht als Wunderkind der HipHop-Szene bezeichnet werden. Als Produzent und Songschreiber ist er gefragt wie Wasser in der Sahara und auch als Solokünstler macht er seit seinem Debüt „The College Dropout“, das vor 18 Monaten auf den Markt kam, von sich reden. Vier Millionen Einheiten gingen bis dato über die Ladentische. Noch viel eindrucksvoller ist allerdings die Namensliste der Künstler, mit denen der dreifache Grammy-Gewinner in den letzten vier Jahren zusammengearbeitet hat. 50 Acts kommen dabei locker zusammen. Die bekanntesten davon sind Jennifer Lopez, Alicia Keys, D 12, Janet Jackson, Jay-Z, Britney Spears feat. Madonna, Ludacris, Nas, Eve, Foxy Brown, Lil’ Kim, Monica und Talib Kweli.

Kein Wunder, dass Kanye West für sein zweites Album „Late Registration“ ein beeindruckendes Line Up an Gästen aufbieten kann. Damit unterstreicht er die Weiterentwicklung seines Sounds, aber auch seinen Status in der Musikwelt. Mitgewirkt haben: Jay-Z, Jamie Foxx, Brandy, Paul Wall, Cam’ron, Adam Levine (Maroon 5) und natürlich sein langjähriger Freund John Legend. Produziert wurde das Album von Jon Brion (Fiona Apple, Aimee Mann, Eels, The Wallflowers). Das ergibt eine scheinbar unschlagbare Star-Power, die den Köchen in der Vergangenheit oftmals den Brei verdorben hat. Doch nicht so bei Kanye West. Sein Album ist ebenso opulent ausgefallen, wie es die Rahmenbedingungen signalisieren.

17 Tracks (plus vier Skits), verteilt auf über 70 Minuten Spielzeit, ohne einen Anflug von Langeweile – eine beachtliche Leistung, bei der alles zusammenpasst. Angefangen bei der klassischen Soul-Schnulze mit Gastsänger Adam Levine („Heard ’em say“), über fetten Old-School-Rap („Gold digger – Feat. Jamie Foxx“, „Crack music“), bis hin zu kongenial arrangiertem Gangsta-Rap, der mit Jazz- und Soul-Elementen aufgepeppt wird („Drive slow“). Dabei stellt sich Kanye West erneut als wahrer Meister im geschickten Verbauen von Samples heraus, was besonders in „Diamonds from Sierra Leone“ zur Geltung kommt. Hier benutzt Kanye West ein Sample des Shirley-Bassey-Klassikers „Diamonds are forever“ sowie einen Textbaustein aus OutKasts „Ms. Jackson“ und zaubert daraus zusammen mit Jay-Z ein verblüffendes Remake, bei dem es inhaltlich um die politisch brisante Diamantenförderung, den Raubbau und den Missbrauch der erwirtschafteten Gelder, die für den Bürgerkrieg in Westafrika verwendet werden, geht.

Mit „Late Registration“ untermauert Kanye West seinen Status als Wunderkind der HipHop- und Rap-Szene. Er liefert ein Album ab, das die hochgesteckten Erwartungen erfüllt und genügend Single-Material abwirft, bis „Graduation“, der dritte Teil einer auf vier Alben angelegten Serie, erscheint.

Anspieltipps:

  • Roses
  • Drive slow
  • Hey mama
  • Heard ’em say
  • Diamonds from Sierra Leone
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Das Goldene Album
  • 2016    
Diskutiere über „Kanye West“
comments powered by Disqus