Missy Elliott - The Cookbook - Cover
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Missy Elliott The Cookbook


  • Label: Elektra/WEA
  • Laufzeit: 63 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Grandmaster Flash (bürgerlicher Name Joseph Saddler) ist eine Legende. Hätte er in den 70-er Jahren nicht essentielle Techniken im Bereich des Dj-Ing entwickelt und erfunden, würde es heutzutage wahrscheinlich noch kein derart ausgeprägtes Genre namens Hip Hop geben. Er war das, was die Beatles für die Popmusik waren – Revolutionär. Nach gut 30 Jahren später liefern sich die krassesten Gangster und tightesten MC´s einen Battle nach dem anderen, was Verkaufszahlen und Lifestyle betrifft. Jeder will den anderen übertrumpfen, angesagter oder hipper sein. Neue Outputs der üblichen Verdächtigen wie Nelly, 50 Cent, Jay-Z oder Eminem gehen genauso schnell über die Ladentische wie sie produziert werden. Das Hip Hop Business ist eben sehr schnelllebig und um im Gespräch zu bleiben muss eben auch dementsprechend viel veröffentlicht werden.

Auch Missy Elliott, die bekannteste weibliche Künstlerin im Genre, hat in nur acht Jahren Solokarriere schon ihr sechstes Album am Start. Nach ihrem Ausstieg 1991 bei der Band Sista beginnt eine Zeit des Wartens. Erst sechs Jahre später kommt ihre Solokarriere mit dem Debüt „Supa Dupa Fly“ in Schwung. Mit „Da Real World“ (1999), „Miss E… So Addictive” (2001), „Under Construction” (2002) und „This Is Not A Test” (2003) und den ebenfalls sehr erfolgreichen Singles „Get Ur Freak On”, „Work It” oder „Gossip Folks” festigt sie ihren Platz in der Szene und ist nicht mehr wegzudenken.

Die auf „Under Construction“ begonnene Rückbesinnung auf Old School wird auch auf „The Cookbook“ wieder aufgegriffen, wovon nicht nur das in Schwarz-Weiß gehaltene Beiheft zeugt. Formal teilt Missy Elliott das Werk programmatisch in vier Teile: Vorspeisen (Starters and Sides), Hauptgang (Main Course), Desserts und Erfrischungsgetränke (Liquid Refreshers), wobei die ganze Unterteilung mit den Inhalten der Texte eigentlich gar keinen Zusammenhang hat und damit wohl nur dem Anspruch eines Kochbuches gerecht werden soll. Wieder wurden einige namhafte Größen (Ciara, Fatman Scoop, The Neptunes, Mary J. Blige) verpflichtet Missy zu unterstützen, was schon auf der Hülle bekannt gegeben wird, wie unter anderem ein Verweis auf die eigene Adidas („Respect M.E.“) Modelinie. Schließlich muss ja von irgendwo das Geld herkommen, falls ein Album mal floppen sollte.

Das wird mit der neuesten Veröffentlichung zwar nicht geschehen, da nahezu alles was die Dame anfasst zu Gold wird, auch wenn beim erstmaligen Durchhören der Platte bemerkbar wird, dass der Guten langsam ihre Einfälle ausgehen und sie anfängt sich im Kreis zu drehen, zum Beispiel „Meltdown“, das außer einigen Scratches und einem netten Beat schnell langweilig wird. In dieselbe Sparte fallen die Tracks „On & On“, das selbst die Neptunes nicht retten können, „Mommy“, „4 My Man“ und „Click Clack“. Auch wenn sie zu Beginn von „We Run This“ behauptet „My style can´t be duplicated or recylcled“, so trifft das eher auf die älteren Scheiben zu und nicht auf die nun vorliegende. Zu austauschbar und nicht sonderlich innovativ wirft Missy Elliott ihr bis dato schlechtestes Album auf den Markt. Vorbei die Zeit wo man angesichts der Hülle und Fülle an interessanten Sounds und Geräuschen ins Staunen und Schmunzeln kam. Möglicherweise ist das ein Zeugnis der vielen Werbeverträge und Nebenjobs, die die Sängerin derzeit am Laufen hat. Hoffentlich muss sich „Misdemeanor“ in Zukunft nicht ausschließlich auf Sportklamotten spezialisieren.

Anspieltipps:

  • Partytime
  • Can´t Stop
  • Teary Eyed
  • Lose Control feat. Ciara & Fatman Scoop
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