Die Kleinen Götter - Der Schatz Der Riffpiraten - Cover
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Die Kleinen Götter Der Schatz Der Riffpiraten


  • Label: MossBeach/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, „Der Schatz der Riffpiraten“ ist keine neue Folge der drei Fragezeichen und die Jungs auf dem cover sind nicht Justus Jonas, Bob Andrews, Peter Shaw und ihr Erzfeind Skinny Norris. Das sind Dani Debilo, Bassgott Schock, Till Toll und Schwester Tino aus Konstanz am Bodensee. Die Jungs machen spaßorientierten Punkrock und das schon seit fast neun Jahren. In dieser Zeit produzierten sie zwei Demos und das Album „Antipunk“ (2002). Jetzt liegt das liebevoll aufgemachte Zweitwerk mit dem nach einem Europa-Hörspiel klingenden Titel vor.

Durch die Kombination von treibendem Pop-Punk, einer Priese Emo-Rock und witzigen Texten („… Dieses Lied ist ein Geschenk. Ein Lied von mich für du“), liegt ein Vergleich mit „Die Ärzte“ natürlich sehr nahe. Doch in Sachen Wortwitz, Ironie und Musikalität sind die Konstanzer noch eine ganze Ecke von den Berliner „Besserpunks“ entfernt. Über die Spielzeit eines ganzen Albums unterscheiden sich die meisten Songs nämlich zu wenig, wodurch sich eine gewisse Eintönigkeit einstellt.

Die Endzwanziger drücken sehr gerne aufs Tempo, zaubern dabei das eine oder andere coole Riff aus dem Hut („Nur für dich“) und weisen im rasend schnellen Opener „Unsterblich“ sogar musikalische Parallelen zu den Böhsen Onkelz auf. Andere Stücke wie „Springen“, das sich im Arrangement stark von den übrigen Songs unterscheidet, kommt nur schwer aus dem Quark, wirkt dabei ungelenk und kantig. Doch mit der Zeit entwickelt sich aus dem Track eine feine Midtempohymne, die sich wohltuend vom üblichen Power-Pop der Kleinen Götter abhebt. Zum selben Kaliber gehört auch „R.B.Y.P.“ – ein intimer Emo-Rocker mit Tiefgang.

Nachdem Tocotronic bereits festgestellt haben, dass wir „hier nicht Seattle sind“, haben die Kleinen Götter herausgefunden: „Seattle ist tot“. Deshalb darf man heute u.a. keine Kurt-Cobain-T-Shirts mehr tragen. Na ja, oder so ähnlich halt. Festgehalten wird diese Erkenntnis in einem etwas skizzenhaften Song, der als Schlusstrack ratlose Hörer zurücklassen dürfte. Das wäre nicht nötig gewesen, denn „Der Schatz der Riffpiraten“ bietet genügend überdurchschnittliches Material für Indie-Pop- und Punkrock-Freunde.

Anspieltipps:

  • R.B.Y.P.
  • Unsterblich
  • Kleine Sterne
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6.5/10

Niente
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