Tim Fite - Gone Ain´t Gone - Cover
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Tim Fite Gone Ain´t Gone


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Tim Fite reiht sich ein junger Musiker in die Riege zwischen Tom Waits und Beck Hansen ein, der mit zum Teil sehr anstrengenden Soundcollagen aus verschiedenen Genres wie HipHop, Blues, Country, Rock, Folk, Heavy Metal und Singer/Songwriter sowie massenhaft Samples ein durch und durch ungewöhnliches Album zusammengestellt hat. Also keine Musik, die man mal so eben im Vorbeigehen konsumiert.

So richtig scheint auch Anti, das Label von Tom Fite, nicht zu wissen, wo es seinen talentierten Neuzugang hin zu stecken hat. So phantasiert man sich in der Info zum Album „Gone Ain’t Gone“ etwas von einem CD-Friedhof („Jewel Case Graveyard“) in Fites Wohnung in Brooklyn, New York zusammen. Dort sollen sich Unmengen der Plastiktonträger stapeln, aus denen Fite wie ein HipHop-Produzent seine Loops, Samples und Inspirationen bezieht. Das klingt ziemlich technisch und steril, doch ganz ohne menschliche Hilfe wurden die 17 Tracks auch nicht eingespielt. Als Gastmusiker sei hier stellvertretend Nachwuchs-Slacker Ben Kweller genannt, der beim zehnminütigen Schlusstrack „The more you do“ eine 12-saitige Akustikgitarre bedient.

Wäre man gehässig, könnte man Tim Fite aufgrund der wahllosen Stilvielfalt vorwerfen, er wäre völlig ohne Konzept an sein Debütalbum herangegangen. Doch genau hier liegt der Schlüssel zu seiner Musik, für die sich Kopfhörer als Grundvoraussetzung herausstellen, um wirklich allen Details Herr zu werden. Denn mal lässt Fite die Gitarren krachen („No good here“), dann gibt er den kauzigen Storyteller, der seine Stimme durch einen Vocoder jagt („Eating at the grocery store with William“) oder trumpft als moderne Ausgabe von Bob Dylan auf, der seine Songs aus Loops zusammenbastelt („Not a hit song“). Das braucht natürlich seine Zeit, ist aber absolut spannend zu entdecken.

Fites Texte verdienen sich problemlos den Hinweis „Explicit lyrics“. Doch der verkaufsträchtige Hinweis fehlt auf dem Cover von „Gone Ain’t Gone“. Das ist auch gut so, denn der New Yorker hat es nicht nötig, auf so billige Art und Weise nach potenziellen Hörern zu ködern. Das schafft er ganz allein durch seine Musik, die spätestens nach dem dritten Hördurchgang ernsthafte Indie-Hit-Qualitäten aufweist. Definitiv empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Mascara lies
  • No good here
  • I hope yer there
  • The more you do
  • Forty-five remedies
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