Communic - Conspiracy In Mind - Cover
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Communic Conspiracy In Mind


  • Label: Nuclear Blast
  • Laufzeit: 58 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Metal-Debütalbum des Jahres erschien bereits im Februar, doch der Rezensent muss sich zu dieser Zeit wohl noch im Winterschlaf befunden haben. Aber auch nach nunmehr 6 Monaten ist es selbstverständlich nicht zu spät, dieses Werk angemessen zu würdigen. Die Musik Communics lässt sich am besten als Power-Metal mit ausgeprägtem Prog-, Thrash– und Doomeinschlag beschreiben. Ein bisschen Hammerfall hier, ein wenig mehr Gamma Ray und Helloween dort, dazu ganz viel Nevermore und Sanctuary; Dream Theater dürfen natürlich auch nicht fehlen. Auch nordische Klänge der Marke Sonata Arctica sind zu vernehmen, was nicht verwundert, stammt die Band doch aus dem schönen kalten Norwegen. So endlos die Liste der zitieren Referenzen, so schön und unnachahmlich die Musik. Trotz dieser ganzen Einflüsse bleiben Communic dem Power-Metal eindeutig treu und verlieren sich nie in unausgegorenem Wischi-Waschi-Crossover.

Der Startschuss fällt mit dem Titeltrack, welcher unmittelbar deutlich macht, wohin die Reise geht. Beinah 8 Minuten heftige Riffkaskaden, waghalsige Tempowechsel und der vor Allem im Refrain recht geschwollene Gesang, der wohl am deutlichsten macht, dass die Newcomer ihre Wurzeln im Power-Metal haben. Für die einen mag nicht zuletzt deshalb das Album so großartig sein, andere werden gerade wegen der Stimme einen Bogen darum machen, denn der recht hohe Gesang ist mit Sicherheit nicht nach jedem Geschmack. „History Reversed“ präsentiert sich in seiner fulminanten Mischung aus ruhigeren Klangwelten und Gitarrenpeitsche als eher bodenständiger Power-Metal-Song, bevor „They feed on our fear“ das erste Mal an der 10-Minuten-Marke kratzt. Der Song wird von einer sphärischen Melodie getragen, welche bis zur Mitte dominant bleibt, bevor die harten Gitarren wieder ausgepackt werden und schlagartig aufs Tempo gedrückt wird. Was dann folgt ist nicht weniger als der beste Power-Metal-Song seit vielen, vielen Jahren. „Communication sublime“. Druckvoll, bebend, treibend, mächtig. Dazu ein Sahne-Refrain der Extraklasse. Einer dieser Songs, der einem als Anhänger dieser Musik die Freudentränen in die Augen treibt. Einfach nur unglaublich!

Ein weiterer Killer wartet auf den schon längst vor Verzückung im Kreis springenden Hörer mit „The distance“. So ähnlich könnten Hammerfall klingen, wenn sie gute Musik machen würden. Das an Helloween (als die Band noch richtig gut war) erinnernde „Ocean bed“ steht in der Tradition seines Vorgängers, muss aber aufgrund fehlender Einprägsamkeit Abstriche in Kauf nehmen. Nichtsdestotrotz abermals ein technisch über jeden Zweifel erhabener Titel. Das zehnminütige Epos „Silent Surrounds“ beschließt schließlich ein außergewöhnliches Metal-Album, das man in dieser Güte und produktionstechnischer Perfektion höchstens von Bands erwartet, die schon Jahre im Geschäft sind, die ihren Sound immer weiter verfeinert haben und perfektionierten, bis sie irgendwann ihr Meisterwerk veröffentlichen. Aber Communic sind keine alten Hasen. Die Band besteht seit gerade mal 2 Jahren. Kaum hatten sie ein Demo-Tape an Nuclear Blast geschickt, schon war der Plattenvertrag unterschrieben. Das vorläufige Ende dieses kometenhaften Durchstarts ist dieses kongeniale Werk, das dem Power-Metal ganz neue Facetten abgewinnt und vorläufig das Maß aller Dinge sein dürfte. Man fragt sich zwangsläufig, wie da noch einer drauf gesetzt werden soll. Die Frage wird vermutlich bald beantwortet, denn Communic sollen bereits an neuem Material arbeiten.

Anspieltipps:

  • The distance

  • Communication sublime
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