Itchy Poopzkid - Heart To Believe - Cover
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Itchy Poopzkid Heart To Believe


  • Label: Where Are My Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs klingen unverbindlich und penetrant fröhlich.

Von Major-Labels immer wieder gern genommen: sogenannte Pop-Punk-Bands á la Simple Plan, Sum 41, Blink-182 und Good Charlotte. Diese lassen sich breit gefächert vermarkten, kommen nämlich bei Boys und Girls gleichermaßen gut an. Das optimiert die Kosten/Nutzen-Rechnung und erweitert das Label-Portfolio. Leider (?) haben wir in Deutschland viel zu wenige solcher Combos. Die Donots und Emil Bulls dürfen ja nicht mitgezählt werden. Also wird eine Newcomerband verpflichtet, die alle Voraussetzungen mitbringt: ein saudämlicher Bandname, Bravo-taugliche Gesichter der wehrten Musikanten und ein bunter Strauß Melodien, der schnell in die Glieder fährt. Super, dann kann’s ja losgehen!

Die Wahl von SonyBMG fiel auf drei Jungs aus der 20.000-Seelen-Gemeinde Eislingen an der Fils. Sibbi (Gitarre, Vocals), Tobi (Drums) und Dani (Bass, Vocals). Drei selbstvertriebene CDs haben die seit 2001 unter dem Namen Itchy Poopzkid punkrockenden Burschen bisher herausgebracht und rund 200 Konzerte gespielt. Jetzt gibt es das erste offizielle Album „Heart To Believe“. Darauf zu finden: drei Akkorde für ein Hallelujah.

Dass das Trio einen besonderen Humor hat, zeigt nicht nur der Promo-Waschzettel, der Itchy Poopzkid jegliches Talent abspricht, sondern auch ihre informative Webseite www.scheisscombo.de (kein Witz), auf der miserable Reviews ihres Albums hymnisch abgefeiert werden. Das nimmt jedem aggressiv scharrenden Rezensenten den Wind aus den Segeln. Gemein!

Doch was soll’s?! Anscheinend ist es das Ziel der Baden-Württemberger, den Pop-Punk- und Spaß-Kapellen aus Übersee nachzueifern. Ihre Songs klingen nämlich genauso unverbindlich und penetrant fröhlich. Dies soll aber keine pauschale Verurteilung des Genres darstellen. Schließlich haben Bands wie Good Charlotte und Blink-182 zuletzt bewiesen, dass sie weit mehr draufhaben, als pubertäre Drei-Akkorde-Songs zu schrubben. Doch selbst in dieser Disziplin können Itchy Poopzkid nicht überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass man ein unverwechselbares, eigenständiges Songwriting fast während der gesamten Spielzeit vermisst. Alles, was die drei Herren hier auf CD gebannt haben, hat man so schon mal gehört – nur meistens um Klassen besser. Allein deshalb erübrigt sich die Anschaffung dieser CD.

Anspieltipps:

  • Back to ‘82
  • Said you’d be there
  • Through the window
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