Jessica Simpson - A Public Affair - Cover
Große Ansicht

Jessica Simpson A Public Affair


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„A Public Affair” – welch ein wunderbar treffender Titel für das neue Album von Jessica Simpson, nachdem die ältere Schwester von Popsternchen Ashlee Simpson fast drei Jahre auf dem Bildschirm verbrachte und ihr Privatleben mit Ehemann Nick Lachey (ehemaliger Sänger der Boygroup 98 Degrees, inzwischen von Jessica geschieden) in der MTV Reality-Soap „Newlyweds“ in die Welt trug, die Jessica daraufhin als leicht unterbelichtete Sexbombe wahrnahm.

Nach der Trennung von Jessica verarbeitete Nick seinen Schmerz in dem Album „What’s Left Of Me“ (2006). Frau Simpson tut selbiges mit ihrem fünften Werk „A Public Affair”, beschränkt sich darauf aber auf ein paar wenige Andeutungen und Textpassagen („I don’t want to care“, „Between you and I“, „Let him fly“). Ansonsten steht Party und noch mal Party ganz oben auf der Liste. Und deshalb besteht das Grundgerüst des Albums aus tanzbaren Liedern, die stark von den 80er Jahren inspiriert wurden, was an dem einen oder anderen Sample zu erkennen ist. So verwendet „B.O.Y.” ein Sample der Cars („Just what I needed“), „Walkin’ round in a circle” bedient sich bei „Dreams” von Stevie Nicks und „Push your tush” schnappt sich ein paar Passagen von „Who’d she coo?” von den Ohio Players.

Wo gewisse Kolleginnen neuerdings auf die R&B-Schiene setzen, bleibt sich die 26-Jährige weitgehend treu und macht reinrassige Popmusik. Nur „I don’t want to care“ (sanfter R&B) und „Fired up“ (HipHop im Stile von Gwen Stefanis „Hollaback girl”) schlagen mit ihrem Black-Music-Touch etwas aus der Bahn. Ansonsten ist Pop der Boss. Doch dass das auch schief gehen kann, ist auf „A Public Affair“ leider mehr als einmal mitzuerleben. Zum Beispiel mit der billigen Coverversion von „You spin me round (like a record)“ (im Original von Dead Or Alive) oder der langweiligen Akustikballade „Let him fly“. Ebenso daneben sind „B.O.Y.“ und das fröhliche „If you were mine“ – beides x-fach gehörte, komplett austauschbare Teen-Pop-Liedchen ohne Nährwert.

Sehr gelungen sind dagegen der ansteckende Gute-Laune-Funk-Groove „Push your tush” mit kleiner Banjo-Einlage und süßen Yeehahs! der gebürtigen Texanerin, der klassische US-Pop von „The lover in me“ und die ans Herz gehende Ballade „Between you and I“ im Sixties-Style. Das reicht zumindest für ein durchschnittliches Werk und die obligatorische Top-10-Platzierung in den US Billboard Charts. In Europa wird Jessica Simpson aber wohl auch in Zukunft nicht viel reißen.

Anspieltipps:

  • Fired up
  • Swing with me
  • Push your tush
  • The lover in me
  • Between you and I
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Jessica Simpson“
comments powered by Disqus