Live - Songs From Black Mountain - Cover
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Live Songs From Black Mountain


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album enthält Hörbares, das keinem wehtut, aber auch keinem hilft.

Seit 1991 musizieren die Amerikaner Ed Kowalczyk (Gesang und Gitarre), Chad Taylor (Gitarre), Patrick Dahlheimer (Bass) und Chad Gracey (Schlagzeug) nun schon als Band Live zusammen. Das siebte Studioalbum hört auf den Namen „Songs From Black Mountain“ und wurde von Jim Wirt produziert, der schon Hoobastank und Incubus zu seinen Kunden zählte. Das letzte Studioalbum „Birds Of Pray“ erschien 2003 und wurde auch von Herrn Wirt als Verantwortlichen geschaffen. Der Sänger Kowalczyk komponierte, wie immer, alle zwölf Tracks des neuen Werkes in Eigenregie.

Das seit ihrem mit zwölf Millionen verkauften CDs kommerziell und künstlerisch erfolgreichen Meisterstück „Throwing Copper“ im Jahre 1994 einige Longplayer folgten, die nicht mehr so erfolgreich und gut waren, ist kein Verbrechen, das passiert anderen Bands auch. Aber was diese Ansammlung von langweiligen und einschläfernden Machwerken darstellt, ist klar: der absolute Qualitätstiefpunkt in der langen Bandgeschichte. Man wirft nicht gleich den CD-Player vor die Wand, wenn die ersten Töne laufen, aber weder kann man die Songs unterscheiden, noch erinnert man sich später überhaupt daran.

Wehmütig erinnern sich nicht nur die eingefleischten Fans an Stücke vom Kaliber „Dolphins cry“. Da wurde nach einem eher ruhigen Beginn dann im Refrain durch harte Gitarrenklänge und eine energische Stimme Rockmusik zelebriert. Und heute? Ein sanftes Bächlein ist vom Meeressturm der Anfangsjahre übrig geblieben. Die vor christlichen Glaubensbekenntnissen strotzenden Texte des charismatischen Sängers Ed Kowalczyk möchte man da gar nicht mehr erwähnen, sie können die als Schlafmittel geeigneten Songwritingversuche auch nicht schlechter machen.

Der Opener „The river“ beginnt sehr gefällig und eingängig und damit kommen wir zum großen Problem, denn der Erinnerungswert ist gleich Null. Das zweite Lied „Mystery“ wartet mit Geigen und gefälligem Gesang nahe an der Belanglosigkeitsschmerzgrenze auf. Die Akustikgitarre und Popmusik der leichten Art langweilen den Hörer die gesamte CD lang. „Where do we go from here“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Melodie, einfach nur mit ein paar E-Gitarrenklängen garniert, in eine Endlosschleife geraten kann und nicht im Ohr bleibt. Leider ändert sich das Fehlen von zündenden Ideen beim Songwriting im Verlauf des Longplayers nicht mehr.

Das Einzige was bleibt, ist die Hoffnung, dass Live vielleicht doch erkennen, was sie zu ihren Erfolgen geführt und ihren Stil ausgemacht hat: Rockmusik und nicht Friseursalonbeschallung, die kunturenlos und austauschbar wirkt. Die Höchststrafe bei der Bewertung erfolgt nur nicht, weil das Album Hörbares enthält, das keinem wehtut, aber auch keinem hilft.

Anspieltipps:

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