Orenda Fink - Invisible Ones - Cover
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Orenda Fink Invisible Ones


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Invisible Ones“ ist mit seiner Spielzeit zwar etwas kurz gehalten, aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt an diesem durchweg bewegenden Longplayer.

Das Label Saddle Creek ist mehr als eine schlichte Plattenfirma und hat sich in den letzten Jahren zu einer Institution gemausert, wenn es um gehaltvolle Musik geht. Schon fast familiär scheint die Situation zu sein, wenn Musiker in zahlreichen Zusammenschlüssen zwischen Genres pendeln und neben der musikalischen Herausforderung eine freundschaftliche Basis den Weg dafür ebnet. Gefühle und feine Arrangements stehen bei den Labelmates Bright Eyes, Azure Ray und vielen anderen im Vordergrund. Nach ihrer Azure-Ray-Kollegin Maria Taylor bringt nun auch die zweite Hälfte dieser Band, Orenda Fink, ihr erstes Solowerk heraus. Fast selbstverständlich stand Orenda so manche Person zur Seite. Andy LeMaster (Now It´s Overhead) vollzog die Aufnahme, während auf instrumentaler Ebene u.a. ihr Gatte Todd Fink (The Faint) und Dave Sitek (TV On The Radio) beteiligt waren.

Orenda Fink war bereit, beim Songwriting andere Wege zu gehen und bereiste als Inspirationsquelle ausgiebig Indien, Kambodscha und Haiti. So leiten Themen wie Spiritualität, Unterdrückung und die geheimnisvolle Seele dieses Album. Die Reise beginnt mit „Leave It All“. Eine gen Sonnenuntergang gerichtete Leichtigkeit legt sich auf das tröpfelnde Drumming und kitzelnde Geigen. Auch Stimmlich geht Orenda zart und auf das Äußerste berührend zur Werke. Während das triumphale Piano in „Invisible Ones Guard The Gate“ die Melodie vorgibt, schwelgt die Stimme in Anflügen von Zerbrechlichkeit. „Bloodline“ ist radiotauglicher Poprock, der trotzdem Innigkeit vermittelt und die glorreichen Momente der Eingängigkeit zelebriert. Das Niveau bleibt konstant hoch, egal in welche Richtung die Songs tendieren. Gefühlvolle Leidenschaft und die feingliedrige Instrumentierung bilden den Rahmen, in dem es niemand wagen würde, auszubrechen. Haitische Stimmen zaubern in „Les Invisibles“ einen Chor hervor. Bilder von Schamanen und Voodookünsten entstehen in unserem Kopf, um spirituelle Töne zu empfangen.

Man reist von Singer/Songwriter-Elementen zum Pop und über ferne Kulturen wieder zurück, natürlich nicht, ohne die Geister aus dem Auge zu lassen. Schemenhaft wandern sie zwischen den Welten. Von übertriebener Esoterik ist der Longplayer trotzdem weit entfernt, denn der Song steht an erster Stelle. Eine harmonische Traumreise ist „No Evolution“, denn den Zustand des Schwebens erreicht man mit Hilfe der zurückhaltenden Tribal-Drums und der beschwörenden Stimme Orenda Finks ganz automatisch. Woher sie die Inspiration zu „Easter Island“ genommen hat, ist dank des Titels kein Geheimnis. Dicht am Blues ist das fragile Ergebnis. Es braucht nicht mehr als das behagliche Piano und die Vocals, um diesem sakralen Werk zu verfallen.

„Invisible Ones“ ist mit seiner Spielzeit zwar etwas kurz gehalten, aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt an diesem durchweg bewegenden Longplayer. Man möchte mit Orenda Fink die Orte aufsuchen, die schlussendlich zu diesem Werk geführt haben. Es sind erhabene Orte der endlosen Inspiration, soviel steht mit dieser CD fest.

Anspieltipps:

  • Leave It All
  • Miracle Worker
  • Invisible Ones Guard The Gate
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