Alicia Keys - Unplugged - Cover
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Alicia Keys Unplugged


  • Label: J Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier sitzt jedes Lick und jeder Break präzise, auch wenn Alicias Ansagen zwischen den Stücken noch immer etwas altklug ausfallen.

Nachdem die „MTV Unplugged”-Reihe in den 90er Jahren bis zum Anschlag ausgeschlachtet wurde – nämlich bis auch der letzte zweitklassige Künstler einmal dran war – hat man die Sende- und CD-Veröffentlichungsquote in den 2000ern deutlich heruntergefahren und wieder mehr Wert auf Qualität gelegt. Deshalb werden gewisse Künstler auch weiterhin sehnlichst um einen Auftritt betteln, wogegen andere auf Händen ins Studio getragen werden.

So zum Beispiel die junge R&B-Sängerin Alicia Keys, die nach nur zwei Studioalben, „Songs In A Minor“ (2001) und „The Diary Of Alicia Keys“ (2003), mit dem verlockenden Angebot eines Unplugged-Auftritts konfrontiert wurde. Dieser fand am 14. Juli 2005 in der Brooklyn Academy Of Music statt und präsentiert eine hervorragend eingespielte Band, die zwar nicht durchgehend unplugged agiert, sogar ein paar Samples zulässt, aber dafür das eine oder andere überraschende Arrangement aus dem Hut zaubert.

Alicia Keys zeigt sich in dem als CD und DVD erhältlichen Konzertmitschnitt als eine gereifte Künstlerin, die nach der ellenlangen Welttour zum letzten Studioalbum mit einer sicheren und akzentuierten Bühnenperformance begeistert. Hier sitzt jedes Lick und jeder Break präzise, auch wenn Alicias Ansagen zwischen den Stücken noch immer etwas altklug ausfallen. Aber mit zwei hervorragenden Alben im Rücken, dürfte es eine leichte Übung gewesen sein, ein knapp achtzigminütiges Programm für die Unplugged-Session zusammenzustellen. Dennoch hat es sich Alicia Keys nicht nehmen lassen, ihren Fans ein paar Überraschungen zu bieten.

So gibt es zwei neue Songs – das funkige „Unbreakable” und „Streets of New York (City life)“, ein jazziger Exkurs in das Leben im Big Apple – sowie mit „Wild horses“ im Duett mit „Maroon 5“-Sänger Adam Levine und dem Soul-Klassiker „Every little bit hurts“ zwei feine Coverversionen, wobei Herr Levine von Frau Keys stimmlich locker in die Tasche gesteckt wird. Dennoch ist die neuartige Betonung des Refrains im Vergleich zum Original der Rolling Stones höchst interessant. Zum großen Finale gesellen sich dann noch Bob-Marley-Sohn Damian und Alicias Lieblings-MCs Mos Def und Common zum furiosen Medley „Love it or leave it alone/Welcome to Jamrock“ auf die Bühne, um einen äußerst gelungenen Auftritt abzurunden.

Anspieltipps:

  • Karma
  • Heartburn
  • Wild horses
  • You don’t know my name
  • Streets of New York (City life)
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