Rihanna - Music Of The Sun - Cover
Große Ansicht

Rihanna Music Of The Sun


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
3.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer seit einigen Jahren selten oder keine Musik gehört hat, der könnte möglicherweise Gefallen an „Music Of The Sun“ finden.

Über manche Unarten in der Musikbranche kann man sich gar nicht mehr aufregen, sondern einfach nur den Kopf schütteln. Wieso ist es denn bitte notwendig von einer Sängerin, die gerade ihre erste Single am Markt hat, nach nicht mal zwei Wochen das dazugehörige Album zu veröffentlichen, und das dazu noch in einem Bereich, der zurzeit sowieso hoffnungslos überfüllt ist? So geschehen im Falle Rihanna mit „Music Of The Sun“.

Da hat es „Pon de replay“ gerade geschafft in die deutschen Charts auf Platz acht einzusteigen und ein paar Tage später kann man schon den Longplayer der Dame erstehen. Vertraut man seinen Stars nicht mehr längerfristig Erfolg zu haben oder ist das das Einzige, womit man auf die sinkenden Verkaufszahlen reagiert, um deren Einbrüche zu kompensieren? Eine befriedigende Antwort wird es darauf wohl nicht geben.

Zudem kommt dann noch, dass Rihannas Darbietung auf „Music Of The Sun“ alles andere als neu oder frisch bezeichnet werden kann, was man schon anhand der ersten Maxi, die eigentlich als Gusto für die LP dienen soll und sich eher als Appetitzügler entpuppt, hört. Sicher macht „Pon de replay“ Spaß und füllt die Tanzfläche, aber das schafft man mit einer DJ-Ötzi-Platte auch, wenn das Publikum nicht gerade anspruchsvoller Musik frönen will. Abseits von der Tanzfläche ist das gute Stück nämlich mehr als flügellahm und hebt auch nach dem dritten Durchgang nicht vom Boden ab. Nicht viel anderes verhält es sich mit dem Rest auf dem Debüt der Jay-Z-Neuentdeckung.

„Das Album schaut nach R&B aus – es steckt aber feinster Reggae drin!“ brandmarkt die Plattenfirma die Scheibe. Wo der feine Reggae nach nicht ganz der Hälfte geblieben ist, fragt man sich dann schon, wenn außer „Here I go again“, „If it´s lovin´ that you want“ und der Coverversion von „You don´t love me“ nichts mehr davon zu hören ist, sondern die letzten Outputs der R&B-Genrekollegen verbraten werden. Wahrscheinlich wollte Jay-Z auf Nummer sicher gehen, um möglichst flott Profit machen, ohne sich wirklich anzustrengen. Da finden sich unter anderem Ähnlichkeiten zu Jennifer Lopez („That la, la, la“), Destiny´s Child („Let me“) oder den Sugababes („The last time“, „Rush“), die allesamt nur eine lieblose Kopie darstellen und nicht einen einzigen Funken vom sonstigem Einfallsreichtum des Rappers aufblitzen lassen. Und falls jemandem die Phrasierung des Refrains des Titeltracks bekannt vorkommen sollte, dem sei „When the rain begins to fall“ von Jermaine Jackson und Pia Zadora ans Herz gelegt.

Die für jedes Album schon fast unverzichtbare Ballade gibt es mit „Now I know“ auch auf „Music Of The Sun“. Die klingt zwar überraschenderweise eigenständig, aber dennoch langweilig. Deshalb kann man ungeniert sagen, dass die angeblich so große Neuentdeckung von Jay-Z eine herbe Enttäuschung ist. Ob das nun an der Produktion oder an Rihanna liegt, lässt sich schwer nachvollziehen. Eine Sache ist aber gewiss: Wer seit einigen Jahren selten oder keine Musik gehört hat, der könnte möglicherweise Gefallen an „Music Of The Sun“ finden. Alle anderen werden es mit aller Voraussicht nach ignorieren.

Anspieltipps:

  • The Last Time
  • If It´s Lovin´ That You Want
Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „Rihanna“
comments powered by Disqus