The Black Halos - Alive Without Control - Cover
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The Black Halos Alive Without Control


  • Label: People Like You/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

The Black Halos aus Vancouver, Kanada gibt es schon seit 1994. Seitdem hat die Kapelle gerade mal zwei Alben und vier Singles veröffentlicht. Woran diese magere Ausbeute festzumachen ist, erfährt der Konsument leider nicht. Doch wenn man sich die Herren Billy Hopeless (Vocals), Adam Becvare (Gitarre), Dennis McKnight (Bass), Jay Millette (Gitarre) und Rob Zgaljic (Drums) auf dem Cover ihres neuen Albums „Alive Without Control“ ansieht, kommt ein Verdacht auf. Wirklich gesund sehen die Jungs nämlich nicht aus. Offenbar leben die Kanadier nach der alten Rock’n’Roll-Attitüde „lebe schnell, sterbe jung“. Da bleibt wohl nicht so viel Zeit zum regelmäßigen Songschreiben. Doch wir wollen The Black Halos nicht vorverurteilen. Dazu sind ihre raren Veröffentlichungen viel zu gut. Und die mit Abstand beste ist ihr neuestes Werk!

„Alive Without Control“ bietet 13 mal waschechten Punk/Street/Sleaze/Rotzrock, den die Skandinavien-Fraktion (Turbonegro, Gluecifer, Backyard Babies, The Hellcapoters) nicht besser hinbekommen könnte. Gut, das dürften in Zeiten schwächelnder Outputs unserer schwedischen, finnischen und norwegischen Freude mittlerweile auch andere Bands ganz gut. Die Black Halos haben – neben coolen Songs – jedoch einen echten Trumpf in der Hinterhand: Ihr Album belegt eindrucksvoll, was eine professionelle Produktion ausmacht – selbst wenn es um vermeintlich rauen Rock’n’Roll geht. Dieser muss nämlich nicht zwangsläufig mit dumpfen Knister- und Rausch-Produktionen gleichgesetzt werden, um irgendeine Street Credebility unter Beweis zu stellen.

Der Nachfolger von „The Violent Years“ (2001) wurde von keinem geringeren als Jack Endino (Kyuss, Nirvana, Soundgarden, Mudhoney) produziert, der den Black Halos einen klaren und druckvollen Sound auf den Leib gezaubert hat. Dadurch kommen die energiegeladenen Tracks noch besser zur Geltung. Selbst kleine Feinheiten wie Piano- und Orgelsounds lassen sich auf diese Weise standesgemäß in den Punk’n’Roll integrieren, ohne das die Hardcorefans gleich Verrat schreien müssen. Selbst eine Tom-Petty-Coverversion („I need to know“) kann sich die Band leisten. Völlig unpeinlich schreddert das Quintett durch den Klassiker, um die Hörer mit einem fetten Grinsen zu verabschieden.

Zu den Trademarks der Black Halos trägt auch und ganz besonders die „Zuviel Zigaretten, zuviel Alkohol“-Stimme von Sänger Billy Hopeless bei, die streckenweise an Lemmy Kilmister (Motörhead) erinnert. Mit absoluter Hingabe grölt er sich durch eine Platte, die mit großem Abstand zu den coolsten Veröffentlichungen – nicht nur des Genres – in diesem Monat zählt.

Anspieltipps:

  • Tight
  • Mirrorman
  • Third world U.S.A.
  • Alive without control
  • Three sheets to the wind
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