Fake Moss - Highway Extended - Cover
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Fake Moss Highway Extended


  • Label: Black Lodge/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Fake Moss, die ihren Namen vom 31-jährigen, drogen- und bulimiegefährdeten UK-Model Kate Moss (kein Wunder, wenn man mit Ex-„The Libertines“-Mitglied Pete Doherty zusammen ist...) abgeleitet haben, wurden 1996 gegründet. Erste gemeinsame Aufnahmen führten zu zwei Demo-Songs, aber sonst nichts, worauf sich die Hälfte der Ur-Besetzung, namentlich Dag Nemeth (Drums) und Torkel Jelvinger (Bass), aus dem Staub machte. Jelvingers Ersatzmann Valdemar Asp wurde später durch Johann Sjöblom ausgetauscht. Dagegen kam Ex-Bassist Torkel Jelvinger als Verantwortlicher für den optischen Auftritt von Fake Moss zurück.

In der Besetzung Erik Johnsson (Vocals, Gitarre), Maria Weimer (Keyboards), Johan Sjöblom (Bass) und Kim Weider (Drums) sind die schwedischen Wave-Rocker mit leichtem Psychedelic-Einschlag etwas beständiger geworden. Nach den Irrungen und Wirrungen ihrer Frühphase, erschien im September 2002 die erste EP „She’s Smashing The Room Again”. Sie erhielt hervorragende Besprechungen und war schnell vergriffen. Ende Oktober 2003 waren dann die Aufnahmen zum ersten Longplayer „It’s You Against The City Tonight“ beendet. Er kam am 28. Februar 2004 in Schweden auf den Markt. Jetzt könnte man meinen, das Label von Fake Moss hätte das ein Jahr alte Album nun auch für den deutschen Markt freigegeben. Doch weit gefehlt! Die vorliegende Songsammlung namens „Highway Extended“ war ursprünglich als zweite Singleauskopplung aus dem „It's You Against The City Tonight“-Album gedacht.

Neben dem eigentlichen Track „Highway“ wollten die Musiker eine unveröffentlichte B-Seite und eventuell einen Remix auf die Maxi nehmen. Doch dann hatten Fake Moss gleich zwei neue Tracks um zwei Remix-Versionen von „Highway“ zusammen. Daran koppelten sie die Songs ihrer Debüt-EP „She’s Smashing The Room Again” und ergänzten diese mit der vorhergehende Single „Movies“, inklusive deren B-Seiten sowie den Videoclips zu „Movies“ und „Highway“ – fertig war ein komplettes Album, oder eben eine Maxi-Single mit elf B-Seiten, wie Fake Moss scherzhaft erzählen.

Die Einflüsse von Fake Moss liegen bei Bands wie New Order, The Doors, Joy Devision und The Jesus And The Mary Chain. Als Besonderheit ist die Stimme von Sänger Erik Johnsson zu bezeichnen. Er hat ein ähnlich heiseres Organ wie Ian Asbury (The Cult, The Doors Of The 21st Century), was ausgesprochen gut zu den düsteren Rocksongs der Schweden passt. Diese haben in der Tat ein paar ganz ausgezeichnete Songs im Programm. So ist „Highway“ ein wirklich starker Track, der auch von den frühen The Cult sein könnte. Die beiden „Highway”-Remixe sind dagegen total überflüssig und versauen den guten Eindruck des übrigen Songmaterials. Bestenfalls klingen Fake Moss in der „Alien Waveform Interpretation“ und der „Lightyears Away From Home“-Variante wie eine abgespacte Ausgabe von Depeche Mode. Zu allem Übel klingt Erik Johnsson darauf nicht wie Ian Asbury, sondern nach Dave Gahan. So ein Chamäleon!

Bei „Not a place for you“ scheinen ein paar The-Cure-Harmonien durch, während das akustische „White and TV“ an die Doors gemahnt. „The lonely one“ ist bester Wave-Pop, der, gespielt von einer britischen Combo, sofort den nächsten Hype-Alarm auslösen würde und „Welcome to our world“ und „Addiction“ sind schaurig-schöne Düsterrocker mit hymnischem Refrains, allerdings ohne die Aufdringlichkeit von HIM-Songs zu erreichen. Das ergibt alles in allem eine schöne Werkschau, wären da nicht die beiden „Highway“-Remixe, die so gar nichts auf dieser Platte zu suchen haben.

Anspieltipps:

  • Highway
  • Addiction
  • The lonely one
  • Welcome to our world
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