Chima - Im Rahmen Der Möglichkeiten - Cover
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Chima Im Rahmen Der Möglichkeiten


  • Label: 3p/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein überdurchschnittliches Album, das sich als perfekter Soundtrack für dunkle Herbsttage anbietet.

Mit seinem zweiten Album „Im Rahmen der Möglichkeiten“ ist der 32-jährige Frankfurter „Soul-Rapper“ Chimaobinna Enyiakanwanne Onyele (kurz: Chima) bei Moses Pelhams 3p-Label gelandet. Eine gute Wahl, denn vom Sound passt er tatsächlich ganz hervorragend in das Portfolio der kleinen Firma, wo sich u.a. Glashaus, Sabrina Setlur, Illmatic und Cassandra Steen tummeln. Auf jeden Fall sollte das Kind nigerianischer Eltern bei den sympathischen Frankfurtern besser aufgehoben sein, als bei der altehrwürdigen EMI in Köln, wo sein Debüt „Reine Glaubenssache“ (2002) erschien und ziemlich unterging.

Mehr Erfolg hatte Chima dagegen als Mitglied von Brothers Keepers, mit denen er die Top-5-Single „Adriano“ landete. Einer der Kollegen von Brothers Keepers ist übrigens Ex-3p-Signing Xavier Naidoo, der auf Chimas Album einen Gastbeitrag hat. Ob das Herrn Pelham gefallen wird, lassen wir mal dahingestellt. Schließlich haben sich Naidoo und Pelham zuletzt nur noch über ihre Anwälte unterhalten. Aber das soll uns auch hier nicht interessieren.

Chima präsentiert auf seiner zweiten CD ein Dutzend höchst einfühlsamer Tracks im Spannungsfeld von Soul und R&B, die in ihrer gesamten Machart an Max Herre (Ex-Freundeskreis) erinnern. Die Texte wirken frisch und stets aus dem Leben gegriffen. Sie drehen sich war um die üblichen den Themen des Lebens, aber auf eine Art und Weise, dass dem Hörer nicht langweilig wird.

Beim Beat-Bau hat sich Chima Mühe gegeben, um das Album so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Das klappt zwar nicht durchgehend (Stücke wie „Kreis“, „Ich erreich’ dich“ und „Mein nächster“ sind dazu etwas zu eindimensional), doch mit fein groovenden R&B-Tracks („Druck“, „Haus und Heimat“, „Immer noch“), sanften Reggae-Einflüssen („Lampenfieber“), emphatisch gesungenen Verarbeitungen von Herzschmerz („Vorbei“) und ungewöhnlichen Liebeserklärungen („Zähneputzen“), kreiert Chima ein überdurchschnittliches Album, das sich als perfekter Soundtrack für dunkle Herbsttage anbietet.

Anspieltipps:

  • Vorbei
  • Wundervoll
  • Haus und Heimat
  • Lass es nicht aufhalten
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