Petra Jean Phillipson - Notes Of Love - Cover
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Petra Jean Phillipson Notes Of Love


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das „Notes On Love“-Cover hat den morbiden Charme einer Todesanzeige. Und genauso klingt auch das Debütalbum der 32jährigen Petra Jean Phillipson aus dem englischen Ashford, Kent: Düsterer, sperriger Singer/Songwriter-Folk mit sehr intimen Texten, vorgetragen auf der Akustikgitarre und spärlich hinzugemischten Piano-, Bass-, E-Gitarren und Drum-Spuren.

Acht Jahre hat Petra Jean Phillipson gebraucht, um das Album zusammenzustellen. Solange schrieb sie bei jeder Gelegenheit Songs, immer fest entschlossen, irgendwann ein Soloalbum fertig zu haben. Zuvor sang sie in diversen Combos über ganz Großbritannien verstreut. Darunter die Beta Band, Mad Professor, The Free Association und Marc Almond. Ende 2004 war die Zeit dann reif, elf ausgewählte Tracks für „Notes On Love“ einzuspielen. Geholfen hat ihr dabei ihr langjähriger Kumpel, der Ex-Blur- und The-Verve-Gitarrist Simon Tong.

Ursprünglich sollte das Album mit dem Produzenten Rob Ellis (PJ Harvey, Marianne Faithful, Madrugada, Placebo) aufgenommen werden. Doch die Chemie zwischen den beiden stimmte nicht. Die Aufnahmen wurden daraufhin abgebrochen. Eine weise Entscheidung, denn dass solch persönliche Songs wie diese nur zu den Bedingungen des Künstlers aufgenommen werden können, spürt man auf „Notes On Love“ in jeder Sekunde. Vergleichbar mit der just erschienenen Platte von CocoRosie, liefert Frau Phillipson authentisches Songmaterial ab, das einerseits fragil und simpel wirkt, aber bei näherem Hinhören mit komplexen Details wuchert.

Mal zornig und laut im Stile einer PJ Harvey („Independent woman“), dann wieder verstörend verspielt, wie im Opener „I want the impossible“, in dem sie flüstert: „I want to float above the bed when I have sex. I wanna taste the milk of human kindness. Petra Jean Phillipson balanciert stilsicher durch traurig-schöne Songs und wagt sich dabei sogar an den großen Meister des depressiven Songwritings heran und covert mit „Into my arms” einen Nick-Cave-Song. Das gelingt ihr recht gut, auch wenn sie nicht die emotionale Tiefe eines Nick Cave erreicht.

Dennoch: Mit Petra Jean Phillipson hat das Grönland-Label ein vielversprechendes Talent unter Vertrag genommen, das sich bereits mit seinem Debüt einen Platz in der vorderen Reihe weiblicher Singer/Songwriter erkämpft hat.

Anspieltipps:

  • One day
  • Into my arms
  • Independent woman
  • Cradle of your smile
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