The Transmissionary Six - 05.21.05 - Cover
Große Ansicht

The Transmissionary Six 05.21.05


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

The Transmissionary Six , bestehend aus Terri Moeller (The Walkabouts) und Paul Austin (ex-Willard Grant Conspiracy) wandeln auf traumtänzerischen Pfaden und schufen auf ihren bisherigen vier Alben bezaubernde, leise Töne. Ein Hauch von Americana, eine Prise dunkler Folk und ganz viel Gefühl machen den Sound des Duos aus. Eine ganz eigene Mischung, die höchstens noch Vergleiche mit Low oder Hope Sandoval zulässt und das Zeug dazu hat, nachhaltig zu beeindrucken und Schöngeister zu erwecken.

Nun steht eine spezielle Veröffentlichung an, die den offenkundig seltsamen Titel „05.21.05“ trägt und der doch nichts anderes aussagt, als den Aufnahme-Tag: der 21. Mai 2005. Live und ohne doppelten Boden erklingen sechs neue Songs, drei Coverversion von Devo, Julian Cope und den Pet Shop Boys sowie drei Neu-Aufnahmen von bestehenden Songs aus der Transmissionary Six-Geschichte. Im Gravelvoice Studio in Seattle entstand ein feingliedriges, höchst stimmiges Album mit Hilfe der Musiker Paul Austin, Jon Hyde und Ben Thompson. Letzterer zeigt sich darüber hinaus für das elegante Digifile-Packaging und das Artwork verantwortlich. Ebenso zauberhaft wie die Verpackung ist dazu auch noch die Musik.

Gleich der Auftakt nimmt einen mit auf den Gipfel, um von dort aus tief in eine ferne, glänzende Welt einzutauchen. Die Schlagzeugerin der Walkabouts, Terri Moeller, verdingt sich hier als laszive Chanteuse, die Ausdrucksstärke mit einer gewissen Verletzlichkeit paart. Welch´ wundervolle Sängerin Terri Moeller ist, zeigt sich auf jedem einzelnen Track von „05.21.05“. Eine zurückhaltende Instrumentierung gibt „Happy Landings“ eine berauschende Weite, die leicht entrückt daherkommt. Akzentuierte Gitarren und die im Vordergrund stehende Stimme Moellers erreichen intensitätsreiche Momente, welche uns umschließen und Zeit sowie Raum vergessen lassen. Diese Band benötigt keine großen Gesten und findet auf leise, groovende Art in „My New Name“ ihr zuhause. Auch der Hörer fühlt sich dort wohl und darf sich zurücklehnen, während das Quintett sein Innerstes nach außen trägt. Das Große im Kleinen dringt hervor, als wenn The Transmissionary Six nur für einen selbst ihre harmonischen Kleinode interpretieren.

Das Piano in „Wake Up Call“ tänzelt schüchtern dahin und die Gitarren sind kaum zu hören. Reduktion ist das zündende Schlüsselwort, gerade darin liegt die Schönheit und das Element des sich-fallen-lassen. Jede Minute, die man sich Zeit nimmt, wird reichhaltig belohnt und mit Leichtigkeit verziert. Julian Copes „Sunspots“ und Devos „Beautiful World“ (mit betörenden Loops) werden liebevoll gecovert, so dass man die Liebe zum Original heraushört und vielleicht gerade deswegen eigene Feinheiten addiert, die es nahezu vergessen machen, dass es sich um Coverversionen handelt. Die anfängliche Verwunderung, Pet Shop Boys´ „You Only Tell Me You Love Me When You´re Drunk”, im Klangkosmos von The Transmissionary Six zu erleben, weicht der Gewissheit, dass selbst dieses Werk kein Hindernis darstellt, leise tönend das Herz zu erobern.

„05.21.05.“ zeigt Terri Moeller und Paul Austin plus ihre drei Mitstreiter in einem äußerst ansprechenden Licht. Leise Momente ziehen sich konstant durch das Album, welches vor Herzblut und Intensität strahlt. Ein echter Tipp mit dem Hinweis, nicht allzu lange mit dem Kauf zu warten, denn die CD ist auf 1.000 Einheiten limitiert und nur bei der anstehenden Tour mit den Walkabouts käuflich zu erwerben sowie über den Mailorder von Glitterhouse Records. Dort gibt es auch kostenlose Downloads von der Band und vielen weiteren Glitterhouse-Artists.

Zum Glitterhouse-Mailorder

Anspieltipps:

  • Wake Up Call
  • Beautiful World
  • Happy Landings
Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
7/10

Pleasure
  • 2017    
Diskutiere über „The Transmissionary Six“
comments powered by Disqus