The Launderettes - Every Heart Is A Time Bomb - Cover
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The Launderettes Every Heart Is A Time Bomb


  • Label: Big Dipper/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Fünf hübsche Damen, eine Schlange und ein verführerischer roter Apfel. Klingt nach Paradies, oder? Das Flugzeug am Himmel lässt wiederum an Krieg und Zerstörung denken. Gar nicht der Ursprung von Adam und Eva! Was hier vermittelt werden soll: Wir, die Launderettes, fünf Frauen aus Oslo in Norwegen, können euch mit unserer Musik den Himmel auf Erden bescheren. Dass die Männer, die zweifellos für Leid und Hass verantwortlich sind, Motor für unsere Texte sind, müsst ihr still hinnehmen, sonst fangen wir erst gar nicht an. Gerne willigt man ein, lehnt sich zurück und lauscht.

Auch wenn der Sound analog aus den Boxen hallt, tut das dem Klangerlebnis keinen Abbruch. Vielmehr hat man das Gefühl, dass Ingvild Nordang (Gesang), Linda Kastbakken (Gitarre), Siri Eriksen (Bass), Ragna Nordenborg (Farfisa-Orgel) und Cecilie Asker (Schlagzeug) im Wohnzimmer ihr Equipment ausgebreitet haben und sich gehörig austoben. Zeitweise klingen sie durch die Farfisa-Orgel wie ein Schwesterprojekt der Caesars, manchmal wie die Cardigans in rockender Ausführung und dann wieder abwechslungsreich wie es Mando Diao über weite Strecken hin nicht sind.

Und so beginnt Album Nummer zwei nach dem Achtungserfolg von „Shaken And Disturbed“ (2002) mit „Connecting the dots“, einem sanftmütigen, zerbrechlichen Track, der den Hörer zu Beginn nicht erschrecken will. „Fluff´n´Fold“ hingegen wird regelrecht hingerotzt und lenkt in die typischeren Bahnen von 60´s Garagenpunkrock und Popmelodien mit Texten, die an Anti-Hymnen wie „Männer sind Schweine“ von Die Ärzte denken lassen. Fürwahr hatte das Quintett mit den Herren der Schöpfung bis jetzt wohl kein glückliches Händchen, worüber Zeilen wie „I can do without you now / I can do whatever I want to”, „When I look at you / As you walk away / You turn and smile and walk away / You´ve been around forever / And you don´t here me know when I say / Don´t want you anymore / Don´t want you anymore” oder allein der Titel “Can´t bring me down” genügend Aufschluss geben.

Musikalisch sind allerhand Höhepunkte geboten vor allem der kompromisslose Punkrock in „Juvenile thrills“, „Fading out“, das mit einer schmerzerfüllten Gitarrenmelodie aufwartet oder die wilde Einladung zum Ende nach „Tarantula town“. Manch andere Stücke bieten wiederum weniger Extravaganz wie „No good“ oder „My replica“, die beide verheißungsvoll starten, aber kurz nach der Mitte in Wiederholungen ausarten. Ingvild Nordangs Gesang, der sich zwischen lasziv und verrucht, stets mit erhobenem Zeigefinger auf die Männerwelt, einpendelt, kaschiert wunderbar diese nicht so guten Stücke.

Nach „Every Heart Is A Time Bomb“ bekommt man auf jeden Fall Lust, bei einem der fünf geplanten Konzerte in deutschen Landen vorbeizuschauen und der geballten Energie der Laundrettes zu lauschen. Und wer sowieso mit dem Gedanken spielt, einmal etwas Neues zu probieren, anstatt auf den nächsten Gig von Franz Ferdinand und den üblichen verdächtigen „The“-Bands zu gehen, hätte hier eine Alternative gefunden.

Anspieltipps:

  • Fading Out
  • Juvenile Thrills
  • Tarantula Town
  • Can´t Bring Me Down
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