James Kakande - My Little Red Bag - Cover
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James Kakande My Little Red Bag


  • Label: Peppermint Jam/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Frechheit siegt“ – Im Falle James Kakande lässt es sich anders gar nicht beschreiben. Nachdem er Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug und ein bisschen Trompete gelernt hat, fährt er auf Anraten eines guten Freundes nach Deutschland mit einer 4-Song Demo in seiner roten Tasche, um bei Peppermint Records auf Mousse T. zu warten, der sich die Tracks zu Gemüte führen soll. Nach einigen Stunden war es soweit und vor allem ein Song hat es dem türkischstämmigem Produzenten, der schon mit Tom Jones oder Roachford arbeitete, angetan. „Just look at us now“ gefiel ihm so sehr, dass er den Track gleich auf sein fast fertiges Album „All Nite Madness” draufpackte. Ein Vertrag mit Peppermint wurde unterzeichnet und James begann weitere Songs für sein Debüt zu schreiben.

Die Texte entstanden größtenteils auf seinen ausgedehnten Reisen rund um den Erdball. „Das Reisen gibt mir Inspiration. Ich glaube, dass dort einer der Schlüssel zum Leben liegt. Man kann zumindest auf Reisen sehr schön darüber reflektieren, wer man selber ist.“ Ebenfalls davon beeinflusst sind die verschiedenen Stilrichtungen, die auf „My Little Red Bag“ vertreten sind: Stampfender Rock („Twisted sister“), Jamaican Ska („Melody“, „Skatastic“), erfrischend, lockere Singer/Songwriter-Popsongs („Sing a song about me“, „You you you“), Reggae-angehauchte Stücke („Take my hand“) und Jazz („Wakin´ up in jazz“). Die ruhigeren Tracks „Morning session“, „Make up“ und „Invisible tale“ zeichnen sich vor allem durch Kakandes einfühlsame Stimme und den musikalischen Begleitungen aus.

Auch wenn nie Langeweile aufkommt, finden sich in der kleinen roten Tasche vereinzelt Passagen, die mehr oder weniger als Spielerei abgetan werden können, statt wirklich als Bestandteil der Songs zu gelten. Meistens versucht James Live-Stimmung aufkommen zu lassen und streut ein paar Lacher oder Zuschauerlaute in die Tracks ein, die dadurch eher als witziges Beiwerk angesehen werden können. Durchaus störend ist der zu oft verwendete Hall- oder Echoeffekt, der so manche schöne Stimmung zu künstlich wirken lässt.

Mit „My Little Red Bag“ hat der charismatische Kerl aus Manchester ein facettenreiches Debüt abgeliefert, das die grauen Wolken am Himmel, die einen schönen Sommer weitestgehend verhinderten, verschwinden lassen. In diesem Sinne hoffen wir, dass das Täschchen weiterhin Glück bringt und der kommerzielle Erfolg nicht lange auf sich warten lässt.

Anspieltipps:

  • Invisible Tale
  • Raindance
  • Skatastic
  • Twisted Sister
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