Amplifier - The Astronaut Dismantles HAL - Cover
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Amplifier The Astronaut Dismantles HAL


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was hier ganz bescheiden als EP verkauft wird, bringen andere freimütig als komplettes Album heraus: „The Astronaut Dismantles HAL“. Satte 40 Minuten Musik als Appetitanreger für das im Mai nächsten Jahres erscheinende zweite Album der Jungs von Amplifier.

Die Geschichte der Band beginnt Ende der 90er Jahre, als Sel Balamir (Vocals, Gitarre), Neil Mahony (Bass) und Matt Brobin (Drums) aus London, Dublin und Cardiff in Manchester zusammenkommen, um dort über die hippe Musikszene Fuß im Rockbusiness zu fassen.

Sie nennen sich Amplifier und unterschreiben 2002 bei Music For Nations ihren ersten Plattenvertrag. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erscheint im Mai 2004 und wird vom Kerrang Magazin, dem New Musical Express und Q in den höchsten Tönen gelobt. Hierzulande schlägt das Visions Magazin Alarm und stellt die Briten in eine Reihe mit Franz Ferdinand, Razorlight und Kasabian. Es folgen Touren mit den Deftons, Melissa Auf Der Maur und Oceansize. Dann macht ihr altes Label plötzlich dicht und sie landen bei Steamhammer.

„The Astronaut Dismantles HAL“ liefert sphärischen Space Rock in Form einer entschärften Variante der frühen Monster Magnet. Die überwiegend düsteren Songs kommen mit epischen Laufzeiten daher und besitzen Einflüsse vom Psychedelic-Prog der späten 60er Jahre („Continuum“), zu denen die Gitarren tranceartig mäandern und der Sänger geheimnisvoll murmelt. Ab und zu schleichen sich auch ein paar TripHop-Sequenzen in das Geschehen ein.

Allgemein muss man allerdings konstatieren, dass musikalische Überraschungen trotz der progressiven Herangehensweise an das Songwriting auf Dauer eine Spur zu kurz kommen. Ein paar druckvolle Riffs wie in „Into the space“ sind für einen fünfminütigen Song einfach zu wenig. „For Marcia“ verbreitet ebenfalls gepflegte Langeweile. Erst die beiden Schlusstracks „Everyday combat“ und „Live human“ lassen wieder aufhorchen und das Talent der Band erkennen. Hier schleicht sich eine Priese Doom/Stoner Rock in das Songwriting ein, was der Abwechslung äußerst gut tut. Genau da sollten Amplifier für ihr Zweitwerk ansetzen.

Anspieltipps:

  • Continuum
  • Live human
  • Into the space
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