Diverse - SZ Diskothek: 1967 - Cover
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Diverse SZ Diskothek: 1967


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Während die Hippies auf „Flower Power“ machen und den „Summer of Love“ feiern, herrscht in den US-Ghettos ein raues Klima. Als die Rassenunruhen wüten, tritt die Black-Panther-Partei sogar bewaffnet auf. Nebeneffekt dieser Radikalisierung: jede Menge engagierte Soulmusik. Die Afroamerikaner blicken in eine düstere Zukunft, gewaltfreier Widerstand scheint sinnlos. Slogans wie „Black is beautiful”, „Power to the people“ und „Respect” machen die Runde. Aretha Franklins Hit „Respect” wird quasi unfreiwillig zu einem politischen Kampflied.

Soulsänger wie Curtis Mayfield und Aretha Franklin sind nicht annährend so martialisch wie ihr schwarzen Schwestern und Brüder. Ihre Songs folgen keiner Ideologie, was ein paar Black-Panther-Mitglieder angeblich dazu bringt, Stars wie James Brown und Jimi Hendrix zu mehr Linientreue zu bewegen. Auf lange Sicht öffnete Franklins „Respect“ zahlreichen Black-Power-infizierten Soulsongs die Tür. Immer mehr Soulstars lassen Themen wie Liebe und Herzschmerz hinter sich, um gegen den Krieg und für den schwarzen Stolz zu singen. Kultur erweist sich als die wichtigste Waffe im Kampf um Freiheit und Selbstermächtigung. James Brown prägt mit seinem Funk den Ghettobeat. Doch für die Massen bleibt Aretha Franklin Prophetin und Queen. Sie verkörpert den unbezähmbaren Geist des schwarzen Amerika.

Die Black Panther wurden später von den Medien dämonisiert und vom FBI brutal zerschlagen. „Black Power“ wird zum Codewort für schwarzen Kapitalismus. Geblieben ist die Musik als Zeuge einer Zeit, in der Pop als Verlängerung von Politik galt und Soul noch Erlösung jenseits zerwühlter Bettlaken versprach.

Muhammad Ali wird der Weltmeistertitel im Schwergewichtsboxen, den er sich am 22. März holte, aberkannt, als er den Wehrdienst verweigerte. Che Guevara versuchte in Bolivien einen Aufstand anzuzetteln und kommt dabei ums Leben. Israelische Truppen bejubeln den Sieg im Sechs-Tage-Krieg. Das Musical „Hair“ hat Premiere und floppt anfänglich. Zwei Jahre vor Woodstock findet im kalifornischen Monterey das erste große Hippie-Festival statt. 1967 ist auch die Geburtsstunde der grandiosen Band The Doors. Hierzu findet der Leser im Kapitel „Das Fundstück“ ein Interview mit Jim Morrison, Robbie Krieger, John Densmore und Ray Manzarek aus dem Magazin Mojo Navigator, vom August 1967.

Die SZ-Diskothek-CD präsentiert diesmal so unterschiedliche Acts wie The Small Faces („Here comes the nice“), The Electric Prunes („The great banana hoax“), Miriam Makeba („Pata Pata”), Tim Buckley („Morning glory”), Jefferson Airplane („White rabbit“) und die grandiosen The Velvet Underground („Venus in furs“).

Anspieltipps:

  • Aretha Franklin – Respect
  • Donovan – Wear your love like heaven
  • Buffalo Springfield – For what it’s worth
  • James Brown – Bring it up (Hipster’s avenue)
  • Jackie Wilson – (Your love keeps lifting me) higher and higher
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