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Diverse SZ Diskothek: 1995


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Der Bassist und der Sänger – ich hoffe, die beiden bekommen Aids und sterben. Ich hasse die Typen“. Was sich nach pubertärem Pausenhofgeschwafel anhört, war der Höhepunkt des BritPop-Battle zwischen Oasis und Blur. Dumpfbacke Noel Gallagher haute mal wieder auf seine typische arrogante Art in einem Interview auf die Kacke und beleidigte Damon Albarn und Alex James von Blur auf niveauloseste Art.

Auf einmal standen nicht mehr die wahrhaft phantastischen Songs von Liam und Noel Gallagher im Vordergrund. Es herrschte Krieg zwischen beiden Bands, die vielen Musikinteressierten die Lust am BritPop nahm. Einige behaupten sogar, dass sich Oasis nie wieder von diesem Imageschaden erholt haben. Die Gallaghers hatten mit dem Hintern eingerissen, was sie mit den Händen mühsam aufgebaut hatten.

Dennoch zählte das Jahr 1995 zu den Höhepunkten des BritPop. Soweit das Auge reichte, schoss eine hervorragende Platte nach der anderen in die Charts. Es regnete große Pophymnen und die Plattenfirmen freuten sich über Rekordabsätze. High Noon der Plattenverkäufe war der 14. August 1995. An diesem Tag erschien sowohl „Roll with it“, die neue Single von Oasis, als auch „Country house“, die neue Blur-Single. Die erste Schlacht entschieden Blur für sich. „Country house“ verkaufte 274.000 Einheiten, „Roll with it“ nur 216.000 Stück. Am Ende siegten aber Oasis. Ihr Album „(What’s The Story) Morning Glory“ war ein hitgeschwängertes Meisterwerk, wo hingegen Blur mit „The Great Escape“ etwas blass blieben. Zudem war die Band innerlich zerrissen und Gitarrist Graham Coxon schon damals kurz vor dem Absprung. Der endgültige K.O. für Blur: „(What’s The Story) Morning Glory“ verkaufte sich an einem Verkaufstag so häufig wie Blurs „The Great Escape” in einer ganzen Woche.

Was geschah sonst noch in der Welt? In Deutschland verhüllte der Künstler Christo den Berliner Reichstag mit 100.000 Quadratmetern Polypropylengewebe. In Israel wird der ermordete Regierungschef Rabin beerdigt. Rudolf Scharping wird als Chef der SPD abgewählt. Der Pleitier Jürgen Schneider wird in Florida gefasst und Ex-Footballer und Schauspieler O.J. Simpson steht unter Mordverdacht vor Gericht. In der U-Bahn von Tokio wird ein Giftgasanschlag verübt und Shell möchte den Rosteimer „Brent Spar“ (eine Ölbohrinsel) im Meer versenken, wogegen Greenpeace etwas hat.

Musikalisch tischt uns die SZ-Diskothek einige echte Schmankerl auf. Garbages „Only happy when it rains”, Die Fantastischen Vier mit „Sie ist weg”, die Fugees mit „Fu-gee-la“, Everything But The Girls „Missing“ im Todd-Terry-Remix, Tocotronics „Drüben auf dem Hügel“, Lambchops „Cowboy on the moon“ und Pulps „Common people“. Eine feine Auswahl, auch ohne Blur und Oasis...

Anspieltipps:

  • Pulp – Common people
  • Ben Folds Five – Underground
  • Everything But The Girl – Missing
  • Garbage – Only happy when it rains
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