Revolverheld - Revolverheld - Cover
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Revolverheld Revolverheld


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwar ist das, was aus Hamburg kommt, sonst qualitativer, aber vermutlich steckt hinter Revolverheld sowieso nur eine Band, die durch den Deutsch-Rock-Trend gepusht wird.

Das Cover ziert fünf junge Männer in ihren goldenen Zwanzigern, T-Shirt tragend, wie es Rocker nun mal so machen. Der Sänger steht im Vordergrund, einen Revolver aus seinen Händen formend und will uns damit vermutlich sagen: „Wir sind Helden!“ Doch schon nach dem ersten Sekunden des Openers „Generation rock“ ist der Rezensent mehr als überrascht. Nach dem er die Chart-Single „Die Welt steht still“ gehört hat und den Text zu „Rock’n’Roll“ gelesen hat, hat er sich auf ein furchtbares Album eingestellt.

Doch meistens kommt es anders, als man denkt. Denn Revolverheld legen einen überraschend guten Opener hin. Natürlich ist der Text auf einem sehr niedrigen Niveau: „Wir sind die Generation Rock / Seid ihr mit uns, habt ihr Bock? / Wir wollen Rock, Rock, Rock“. Aber musikalisch ist es durchaus ansprechend, wenn man gerade geradlinigen Rock hören möchte, der zudem noch sehr gut produziert wurde. Auch der zweite Track „Roboter“ ist besser als befürchtet. Im Refrain entpuppt sich der Song sogar als kleine Hymne. Bei „Freunde bleiben“ ist die Verwirrung komplett. Eigentlich möchte man Revolverheld nicht mögen, aber die erste Strophe lässt einem keine andere Wahl. Glücklicherweise wird man im Refrain dann erlöst, vorhersehbar liefern sie endlich ein langweiliges Rockbrett ab. Mit der Single „Die Welt steht still“ verhält es sich ähnlich. Die Strophen okay, der Refrain.... nun ja: Gähn.

Die Hamburger Band um Johannes Strate (Gesang), Kristoffer Hünnecke (Gitarre), Florian Speer (Bass), Niels Grötsch (Gitarre, Gesang) und Schlagzeuger Jakob Sinn hat sich in Hamburg schon einen guten Ruf als Live-Band erspielt. Die Aufnahme in den Bandpool der Mannheimer Popakademie, bei der Experten verschiedene Bands betreuen, verschaffte Revolverheld den Vertrag mit SonyBMG. Es folgten Touren mit Silbermond und Die Happy. Währenddessen arbeiteten sie mit Produzenten Clemens Matznick, der auch schon die Guano Apes und die Donots produzierte, an ihrem Debütalbum.

Leider finden sich noch diverse Kritikpunkte, denn mit „Rock’n’Roll“ beginnt nicht nur der absolute Tiefpunkt des Albums, sondern auch der gesamten deutschsprachigen Musik. „Gib mir alles was noch geht / Denn ich bin euer Rock-Prophet / Zum Casting-Wahn sind wir der Gegenpol / Was hier passiert ist Rock’n’Roll“. Man möchte gar nicht mehr zuhören. Auch „An dich“ ist so belanglos, dass es schon nach 10 Sekunden weh tut. Erst „Beste Zeit deines Lebens“ beginnt wieder angenehm und entwickelt sich zum schönen Song mit Streichereinlagen. Etwas mehr musikalische Wagnis hätte dennoch gut getan. Auch „Romeo“ ist eine schöne Rockballade ohne große Überraschung – aber die hätten dem Song auch nicht unbedingt gut getan. Der Rest des Albums geht in eine vergleichbare Richtung. Belanglose Rockbretter werden mit „Alarm“ und „Wenn du sagst“ dargeboten, vollkommen ohne eigenen Anspruch an die eigene Musik. Als schöner Ausklang wird „Mit dir chillen“ geboten, dass die Gesamtbewertung des Albums sogar noch etwas erhöht.

Revolverheld lassen all ihr Rock-Gehabe im Sack und zeigen, dass sie gute Akustiklieder schreiben können. Zwar ist das, was aus Hamburg kommt, sonst qualitativer, aber vermutlich steckt hinter Revolverheld sowieso nur eine Band, die durch den Deutsch-Rock-Trend gepusht wird. Von daher ist es schon ein gutes Album.

Anspieltipps:

  • Roboter
  • Mit dir chillen
  • Beste Zeit deines Lebens
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