Karamel - Komm Besser Ins Haus - Cover
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Karamel Komm Besser Ins Haus


  • Label: Devil Duck Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Karamel ist ein klassischer Singer/Songwriter und stammt aus dem schönen Hamburg. Über Karamel gibt es noch nicht viel zu berichten, nicht einmal BILD-Schlagzeilen über ihn sind bekannt. Rasmus Engler schrieb in seiner biografischen Pressemitteilung über Karamel: „Der ernährt sich von Autoabgasen und trinkt den Kaffee in tiefen Schlücken direkt aus der Thermoskanne". Ein typischer Großstadt-Django, der weiß, wie man sich kreativ hält. Er wird auch nicht als Gitarrenspieler, sondern als Gitarrenschaber beschrieben. "Komm Besser Ins Haus" ist das erste Album von Karamel. Karamel hat keine feste Bandbegleitung. Er lässt sich zwar begleiten, aber eher nur sporadisch. Er ist der Mittelpunkt, die anderen sind das unsichtbare Salz in der Bonbon-Suppe.

Karamel’s Texte sind tiefgängig, nicht wirklich neu, gehen aber zu Herzen und machen Spaß, ziehen einem die Schmunzelhasenwinkelchen nach ganz oben und sorgen für einen gesunden Swing im Hintern. Texte, die Volkes Gemüter öffnen, weil sie wahr sind, nah sind, deutlich sind, bekannt sind. Die Piano-Balladen wie u.a. „Du verlierst“ und „Morgengrauend“ verfügen über wundervolle Prickel-Hooks und laden zum Seelenschrottabladen und Relaxen ein. Aber das ist nicht alles. „Das, was du kennst“ enthält eine reichliche Sucht-Dosis Punk. Die meisten anderen Songs kleiden sich mit Lagerfeuerklampfen-Ummantelung, die richtig schön zum Mitsummen einlädt. Typisches Singer/Songwriter-Liedgut eben. Schlicht, aber tief.

Tief ist auch die wirklich geile Stimme des Herrn Karamel. Sie klebt förmlich am Song, macht diesen dadurch siegreich und edel. Wer dies als Popmusik abtut, hat bereits verloren. Karamel kann man in keine Genre-Schublade stopfen, auch nicht, wenn man diese mit fachkundiger Gewalt zudrücken möchte. Auch denkt man bei Karamel immer an diese fiesen Plombenzieher, die so einige Zahnarztbesuche zu Pflichtprogrammen mutieren lassen, Zahnschmerzen bereitet uns dieses Relax-Werk so gar nicht. Es ist zuckersüß, es ist bissfest, es ist lecker. Ein echter Karamel eben.

Vermutlich wird sich „Komm Besser Ins Haus“ zu einem Album herausputzen, welches man gerne immer mal wieder hört, weil es Spaß macht, besonders ist, keine Ecken und Kanten hat. Die Charts abbrennen wird es aber eher nicht. Für Liebhaber von gesalzenem Liedgut ein „Muss-Plus“.

Anspieltipps:

  • Du Verlierst
  • Komm Besser Ins Haus
  • Es Wird Nichts Geschehen
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