Ostara - Immaculate Destruction - Cover
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Ostara Immaculate Destruction


  • Label: Trisol/SOULFOOD
  • Laufzeit: 78 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„’Immaculate Destruction’ ist ein tiefsinniges und visionäres Album über die Ambivalenzen des Lebens in einer sinn- und vernunftwidrigen Welt und über die eigentliche Substanz des eigenen Seins: die Existenz“. Himmel, das Info-Zettelchen der Plattenfirma trägt mal wieder dick auf. Da wird dem eingeteilten Rezensenten schon bei der Recherche ganz schwermütig ums Herz, was vielleicht gar nicht so verkehrt ist. So kann er sich mental schon mal auf das zu besprechende Album der deutsch/englischen Dark-Folk/Gothic-Band Ostara eingrooven.

Ostara wurde Ende der 90er Jahre von Richard Leviathan (Vocals, Gitarre) gegründet. Beim aktuellen Werk wird er von Stu Mason (Ex-Bronski Beat, Gitarre), Tim Desmond (Drums) und Dave Renwick (Ex-The Communards, Bass) begleitet. Aufgenommen wurde „Immaculate Destruction“ in verschiedenen Londoner Studios. Es ist nach „Secret Homeland“ (2000), „Kingdom Gone“ (2002) und „Ultima Thule“ (2003) das vierte Album der Band. Es erscheint in einem luxuriösen Digipack mit ausführlichem Booklet, in dem sämtliche Songtexte in deutscher und englischer Sprache abgedruckt sind. Zudem ist eine Bonus-CD beigefügt, die neben Remixen auch Akustikversionen von den Songs des Hauptalbums enthält. Damit erhält der Käufer satte 80 Minuten Musik zum Preis einer einfachen CD.

Das zum gelungenen Drumherum des vorliegenden Albums. Weniger euphorisch fällt dagegen die Analyse des dargebotenen Songmaterials aus. Das fängt schon beim Opener „Compassion from above“ an, der durch eigenartige Produktionstechnik auffällt, bei der abwechselnd Gitarren und Vocals nach vorne bzw. nach hinten gemischt werden, bzw. vom linken zum rechten Stereosignal wandern. Auch nicht besser ist „Feast of the fall“, bei dem dumpfes Grummeln auf matschige Gitarren und schwachbrüstige Vocals trifft. Dagegen gefällt „Red honey“ durch das schöne, HIM-artige Piano-Motiv und eine eingängige, von Akustik- und E-Gitarren unterstütze Melodie. Da auch die Macher des Albums bemerkt haben, dass es sich hier um den mit Abstand besten Track des Albums handelt, findet man ihn gleich in vier Versionen auf den beiden CDs.

Auch „Lightbringer“ ist netter Gothic-Pop mit satten E-Gitarren, kommt aber nicht an die Strahlkraft von „Red honey“ heran. „Story of lament“ besitzt ebenfalls ein schönes Piano-Motiv. Leider passiert in dem Stück sonst nicht viel. Schade, hier wäre eindeutig mehr drin gewesen, als nur ein paar billige Streicher aus dem Synthesizer. Auch der Titeltrack ist an sich eine passable Nummer. Nur stört hier eine zu dumpfe Produktion und der Plastikschlagzeugsound. Richtiggehend peinlich wird es bei der Gothic-Polka „Ride the tiger“ und „Endtime“, das wie Gothic-Light-Ausgabe von Fury In The Slaughterhouse klingt. Das war’s dann auch schon mit Ostara viertem Streich.

Fazit: Neben der zweitklassigen Produktion enttäuschen vor allem die vielen verschenkten Möglichkeiten auf „Immaculate Destruction“. Im Ansatz sind viele der Kompositionen nicht schlecht. Doch am Ende holt das Quartett zu wenig aus ihnen heraus. Dazu noch ein woglgemeinter Tipp: Das nächste Mal investiert das Geld für die Digipack-Produktion lieber in einen Toningenieur.

Anspieltipps:

  • Red honey
  • Lightbringer
  • Reborn into the wild
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