OPM - For Them Asses - Cover
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OPM For Them Asses


  • Label: Snoize/SOULFOOD
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist immer wieder dieselbe Geschichte. Eine Band findet sich und spielt ein paar Mal zusammen. Die Mitglieder halten das für „nicht mal schlecht“, was sie da machen und versuchen ein Label zu finden, das ihnen einen Plattenvertrag anbietet. OPM ist so eine dieser Bands und kam beim Warner Sublabel Atlantic unter und veröffentlichte ihr Debüt „Menace To Sobriety“ Anfang 2001. Der gelungene Mix aus Punk, Rock, HipHop, Reggae und Pop wäre beinahe untergegangen und in den Regalen verstaubt, wäre darauf nicht ein Track gewesen, der eine spezielle Gruppe Menschen anspricht. Dieser nannte sich „Heaven is a halfpipe“ und wurde mit den Zeilen „If I die before I wake / At least in heaven I can skate“ schlagartig zur Hymne für alle Skater und die, die es noch werden wollten. Im Sog der Single, von der eine halbe Million Einheiten abgesetzt werden konnten, schnitt auch das dazugehörige Album mit knapp 250.000 verkauften Stück nicht schlecht ab. „Stash up“ und „El Capitan“ wurden ebenfalls als Maxi auf den Markt geworfen, konnten aber nicht im entferntesten mit den vorherigen Umsätzen mithalten. Es wurde still um Johne (Gesang), Big B (Gesang), Geoff (Gitarre), Jonathan (Keyboard) und Billy (Schlagzeug).

In den vier Jahren Abstinenz vom Musikbusiness haben sie sich von Atlantic getrennt, sind zum Independent Label Suburban Noize Records gewechselt und entfernten Rock und Punk aus ihrem Genrekonglomerat. Übriggeblieben ist vordergründig HipHop, gekreuzt mit ein paar Gitarren, Reggae-Flair und ein bisschen Pop. Nicht verändert haben sich die Texte. Noch immer geht es um Alltägliches wie eine Anleitung zum schnelleren Verkehr mit Frauen („Horny“), das weibliche Geschlecht an sich („Luffly“, „How it sounds“), Abhängen mit Freunden („Rollin´“, „Bump“, „Kali Kings“) und kleine Geschichten über Tage, an denen man besser im Bett bleiben hätte sollen („Pot luck“, „Perfect day“). Mit „Conflict“ findet sich auch ein Statement zur Bush-Kriegspolitik und „Down under“ ist ein Cover des Klassikers von Men At Work. Diese beiden Songs zusammen mit der „Horny“-Fassung mit Tj Lavin sind ausschließlich auf der deutschen Ausgabe von „For Them Asses“ zu finden und sind wirklich eine Bereicherung, führt man sich das andere Material zu Gemüt. Denn was Output Nummer zwei der kalifornischen Band über lange Strecken nicht kann, ist Abwechslung hervorbringen. Die Tracks der ersten zwei Drittel sind austauschbar und der Spaßfaktor, der auf „Menace To Sobriety“ recht hoch war, ist praktisch nicht vorhanden.

Trotzdem setzen sich einige Songs nach mehreren Durchläufen fest, was an den eingängigen Hooklines liegt. Wirklich herausragende Songs vom Schlage eines „Heaven is a halfpipe“ sind aber spärlich bis gar nicht präsent. Erst auf der Zielgeraden legen die Jungs einen beachtlichen Sprint hin und fördern mit den restlichen Stücken besseres Material zu Tage. Auch „Horny“, das die Melodie und Textfragmente vom Kinderlied „If you´re happy and you know it“ bezieht gefällt mit Tj Lavin an der Seite besser als die ursprüngliche Version. Die Besitzer der normalen Ausgabe des Albums werden sich sicher gehörig in den Allerwertesten beißen, da die besten Tracks nicht darauf sind. Warum die neue Platte dermaßen Hip Hop-lastig ist liegt wohl an Co-Produzent Steve Gallagher, der schon für Sugar Ray oder Cypress Hill verpflichtet wurde und die goldene Mitte seiner beiden Hauptacts finden wollte. Eine ausgewogene Balance ist zwar nicht vorhanden, den Fans wird es aber herzlich egal sein.

„For Them Asses“ ist die perfekte Wahl für denjenigen, der unkomplizierte Musik für längere Autofahrten benötigt, um nicht hinter dem Steuer einzuschlafen. Falls man dennoch ins Land der Träume abzudriften droht, kann man sich ja das Cover am Rückspiegel befestigen. Dann bleibt man(n) sicher wach und wenigstens die leicht bekleidete Dame hat ihren Job erledigt.

Anspieltipps:

  • Conflict
  • Horny feat. Tj Lavin
  • Perfect Day feat. Eek-A-Mouse
  • Pot Luck
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