The Dead 60s - The Dead 60s - Cover
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The Dead 60s The Dead 60s


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das haben sie nun davon, die Dead 60s aus Liverpool. Da sorgt ihr (amerikanischer) Manager dafür, dass ihr Debüt zuerst in den USA auf den Markt kommt und dann müssen sie zwei Monate mit der Vans-Warped-Tour durch das Land ziehen, mit Bands wie The Offspring und My Chemical Romance. So richtig passen wollte das nicht, auch wenn sich Matt McManamon (Vocals), Ben Gordon (Gitarre), Bryan Johnson (Drums) und Charlie Turner (Bass) in den Clubs und Kellern Liverpools zu einer veritablen Liveband hochgearbeitet haben.

Seit 2003 ist die Band inzwischen zusammen und feilt an ihrem ungewöhnlichen Sound, der auch zwischen den Bloc Partys, Franz Ferdinands, Kaiser Chiefs und Maximo Parks dieser Welt noch auffällt. Die Grundlagen des Dead-60s-Sounds liegen in den 70er und 80er Jahren, bei Bands wie The Clash und The Specials. Da trifft Punk auf Pop und Dub auf Reggae. Für die Jungs aus der Beatles-Stadt gilt nämlich: lieber gut geklaut, als schlecht erfunden – Hauptsache es macht Spaß. Dennoch klingen The Dead 60s ganz anders, als das, was uns der New Wave of British Pop zuletzt bescherte.

Mit viermonatiger Verspätung kommt das selbstbetitelte Debüt der vier Briten auch in Deutschland auf den Markt, nachdem sich zumindest die Engländer schon über vier Singles und die Albumveröffentlichung im Juni freuen konnten. In kompakten 35 Minuten zelebrieren die Dead 60s ein halbes Dutzend reinrassiger Dub-Tracks und ebenso viele Stücke, die auch nicht viel weiter davon entfernt sind. Es groovt als ganz ordentlich bei den Liverpoolern. Richtig aufregend ist das Ganze allerdings nicht.

Der Hörer muss schon ein besonderen Faible für Reggae/Dub haben, um die 13 Tracks richtig genießen zu können, ansonsten könnte er etwas Abwechslung vermissen. Die Gitarren stehen über weite Strecken im Hintergrund (nur „Horizontal“, „Riot radio“ und „Train to nowhere“ brausen etwas auf), der Bass dominiert den Sound und Sänger Matt McManamon gibt den Joe Strummer für die Ringtone-Generation. Unterm Strich ergibt das eine weitaus weniger sensationelle Sache, als uns die britische Presse (mal wieder) weismachen wollte.

Anspieltipps:

  • Riot radio
  • Nationwide
  • The last resort
  • Ghostfaced killer
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