Annett Louisan - Unausgesprochen - Cover
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Annett Louisan Unausgesprochen


  • Label: 105 Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wem „Bohème“ gefallen hat, wird auch mit „Unausgesprochen“ auf seine Kosten kommen.

Als Annett Louisan im Herbst letzten Jahres mit ihrem Album „Bohème“ in der deutschsprachigen Musikszene debütierte, war das Staunen allenthalben groß. Die Songs der 25-Jährigen klangen frisch und unverbraucht, überraschten mit zurückhaltenden, chansonartigen Arrangements und fesselten durch ihre charakteristische Stimme. Ganz Deutschland hatte sich in die Songs der Newcomerin verliebt, die sich bei ihren Fans mit einer ausgedehnten Tournee bedankte.

In Zusammenarbeit mit Musiker/Texter/Produzent Frank Ramond entstanden auf der Tour die neuen Songs für das zweite Album „Unausgesprochen“, die Stück für Stück in das Bühnenprogramm eingebaut und vor Publikum getestet wurden. Im Sommer 2005 wurden dann in den Peer Studios in Hamburg 15 Lieder eingespielt, die nahtlos an das Debütalbum anknüpfen. Darauf geht Annett Louisan noch stärker ihren Leidenschaften Chanson und Jazz nach. Wiederum interpretiert sie die Texte von Frank Ramond auf unnachahmliche Art und verleiht ihnen damit eine ganz besondere Note, die schon „Bohème“ zu etwas Besonderem machte.

Ob Caféhausatmosphäre („Die Lösung“), Jazz-Bar-Feeling („Gedacht ich sage nein“), Tango-Noblesse („Wo ist das Problem?“), staubiger Blues („Er gehörte mal mir“) oder beschwingter Folksong („Eve“): Annett Louisan wandelt mit ihrer süßen Stimme stilsicher auf allen Ebenen, die durch eine organische Instrumentierung aus Piano, Kontrabass, Dobro, Akkordeon, Klarinette, Violine und Akustikgitarre miteinander verbunden werden. Auf diese Weise werden Teenager-Leiden behandelt („Chancenlos“), zwischenmenschliche Probleme boshaft ironisiert („Torsten Schmidt“), mit interessanten Wortspielereien gearbeitet („Eve“) oder das berechnende Verhalten von Frauen offengelegt, die hinter einem Mann her sind („Das große Erwachen“).

Wem „Bohème“ gefallen hat, wird auch mit „Unausgesprochen“ auf seine Kosten kommen, denn auch die neuen Stücke haben einen wunderbaren Wortwitz zu bieten und überzeugen durch nicht alltägliche Arrangements. Das Album brilliert durch handgemachte Songs, die in der heutigen Musiklandschaft (noch) eine Exotenstellung einnehmen, aber vielleicht schon bald zum Standard werden.

Anspieltipps:

  • Eve
  • Chancenlos
  • Der den ich will
  • Läuft alles perfekt
  • Widder wider Willen
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