Saga - Chapters Live - Cover
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Chapters Live


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 82 Minuten
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6/10 Unsere Wertung
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

1978 kam ein Album auf den Markt, dass sich schlicht „Saga“ nannte. Dahinter steckte die gleichnamige kanadische Gruppe, bestehend aus den Brüdern Jim (Bass) und Ian Chrichton (Gitarre), Michael Sadler (Gesang) und Peter Rochon (Keyboards, ab 1980 Jim Gilmour). Ihr Sound war nichts außergewöhnliches, versprühte aber durch die zur Perfektion getriebene Kombination aus Gitarren- und Keyboardorientierten Tracks eine gewisse Faszination und konnte innerhalb kürzester Zeit eine große Fangemeinde aufweisen (vor allem in Deutschland). In den darauffolgenden Jahren wurden die Alben in zyklischen 12-Monatsabständen veröffentlicht. Dadurch gelangten sie durch eine beständige Qualität zu immer mehr Anhängern. Bereits das vierte Studioalbum „Worlds Apart“ (1981) erhielt Goldstatus. Daran anschließen konnte allerdings nur der
Konzertmitschnitt „In Transit“ (1982) und „Heads Or Tales“ (1983). Sie ließen sich allerdings nicht beirren und veröffentlichten weiterhin beinahe jährlich neue Alben. Im September 2004 erschien mit „Network“ das bereits 21. Ihrem Stil blieben sie durchgehend treu und musikalische Experimente waren dadurch rar. Eine permanentere Konstante entwickelten sie allerdings mit der Entstehung ihrer „Chapters“, die schon 1977, ein Jahr nach der Gründung, zu einem fixen Bestandteil der Band werden sollten.

Bassist John Chrichton: „Ich hatte einen Artikel in einem Magazin gelesen, in dem stand, dass Einsteins Gehirn zu Studienzwecken konserviert und im Smithsonian Institut aufbewahrt wurde. Damals fand ich das ziemlich bizarr. In den späten 70ern waren die Nachrichten voll von möglichen Nuklearkriegen und uns stand eine Dekade der „Star Wars“-Filme bevor. Dies alles waren die Zutaten, die unsere Geschichte inspirierten. Die Grundidee war, dass Außerirdische den Werdegang der Erde beobachteten und langsam Angst bekamen, sie würde sich selbst zerstören. Also entschieden sie, dass sie jemanden auf der Erde benötigten, der sich dafür einsetzen würde, dass die Welt wieder auf einen stabilen Kurs gerät. Sie erkannten sehr schnell, dass Einstein die einzige Person war, die hierfür geeignet wäre. Er sollte den Körper bekommen, der auf dem ersten Album-Cover zu sehen ist und somit wieder auferstehen, um alles zu unternehmen, das für die Zukunft der Erde nötig ist. Im ersten Kapitel sieht man Einstein als alten Mann am Rande des Wahnsinns, der versucht aus seinem Leben einen Sinn zu machen, indem er Bilder von Menschen und Ereignissen die ihn auf seinem Lebensweg beeinflusst haben auf den Fußweg malt.“

Die in sich geschlossene Handlung der 16 Chapters wurde allerdings nicht chronologisch nach und nach auf die Studioalben verteilt, sondern in zwei Teile mit jeweils acht Kapitel unterteilt und willkürlich eingespielt. Der erste Abschnitt wurde auf der 1981 erschienenen Platte „Worlds Apart“ mit „No stranger“ vervollständigt und 1999 auf „Full Circle“ wieder aufgenommen. Das 20. Studioalbum „Marathon“ war dann Träger der letzten, der 16. Episode des zweiten Teils.

Obwohl die einzelnen Kapitel nicht immer die herausragendsten Stücke der einzelnen Alben waren, so wurde jetzt dennoch, wohl der Übersicht halber, ein Live-Album veröffentlicht, dass alle 16 Kapitel in richtiger Reihenfolge wiedergibt und dadurch den roten Faden besser verfolgen lässt. Daher kann man auf die Qualität und Originalität der Songs eigentlich gar nicht eingehen, da ein programmatischer Zweck mit „Chapters Live“ erfüllt werden sollte, nämlich der, die gesamte Saga am Stück erstehen zu können und nicht mühsam die einzelnen Brotkrumen zusammen zu suchen. Dennoch stechen unter den mitunter recht langatmigen, rockigeren oder balladesken Titeln auch einige wirklich prächtig arrangierte Tracks wie „Don´t be late“ oder „We´ll meet again“ heraus.

Alles in allem wurden die 16 Kapitel solide und souverän auf die Bühne gebracht, vorgetragen von einer Band, die nächstes Jahr ihr 30. Bandjubiläum feiert.

Anspieltipps:

  • Ashes To Ashes
  • Don´t Be Late
  • Will It Be You?
  • We´ll Meet Again
Dieser Artikel ging am um 05:09 Uhr online.
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