Enya - Amarantine - Cover
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Enya Amarantine


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Streng genommen soll Enyas Musik nichts anderes erreichen, als auf den Hörer, neben gewissen Tätigkeiten, ruhig, entspannend und unaufdringlich zu wirken.

Eithne Patricia Ni Bhraonáin, besser bekannt als Enya, braucht sich über Umsatzeinbußen keine Gedanken zu machen. Ihre bisherigen vier Alben (wird das für die BBC-Reihe „The Celts“ selbstbetitelte Debüt nicht als solches gewertet) „Watermark“ (1988), „Sheperd Moons“ (1991), „The Memory Of Trees“ (1995) und „A Day Without Rain (2000) verkauften sich bis dato ca. 50 Millionen Mal. Das Best-Of-Werk „Paint The Sky With Stars“ (1997) erreichte beinahe die 10 Millionen Marke und ihr fünftes Werk „Amarantine“ wird mit ziemlicher Sicherheit demselben Trend folgen. Ob es am Ende 32 oder 38 Platinauszeichnungen werden wird sich zeigen.

Fest steht: Bei den Songs verhält es sich genauso wie mit den Verkaufszahlen. Sie bleiben beständig. Enya präsentiert seit ihren Anfängen in den 80er Jahren denselben Aufbau, dieselbe Stimmung, dasselbe rote Kleid. Zugegebenermaßen wechselt sich die Farbe, aber am Schnitt und an der Größe wird nur minimal etwas geändert. Schließlich lebt es sich in ihrem Schloss in Dublin ganz gut von den Erträgen aus dem Plattenverkauf und wer will schon für etwas Innovation diesen asketischen Lebensstil fernab des Trubels der hektischen Welt aufgeben? Besagte Dame zumindest nicht so schnell und genau aus diesem Grund werden im Opener „Less than a pearl“ wohlbekannte Klänge aus dem Klavier und der immer wieder aufs Neue betörende und verzaubernde Gesang der Künstlerin angestimmt. Schon nach wenigen Sekunden ist dem Hörer bewusst, welche CD der Laser seines Abspielgerätes erfasst hat.

Der Titeltrack bedient sich bei „Only time“, der Song der bei Tausenden Amerikanern Tränen hervorgerufen hat, lief dieser doch als Hintergrundmelodie zu den Aufzeichnungen über die Ereignisse des Terroranschlags – weltweit bekannt als 9/11. Danach geht es auf dem Silberling wieder mit gewohnter Kost weiter, viele Änderungen hat Enya an ihrem mehrfach prämierten und ausgezeichneten Kleid nicht unternommen. Einzig und allein „The river sings“ beginnt ausnehmend düster mit einem Synthieteppich und bedient sich trotz einsetzenden Gesangs durchgehend einem, für diese Produktion, prägnantem Bass, der militärisch angehaucht den Song vorantreibt.

Auffallend ist auch die etwas filmmusikorientiertere Grundstimmung in manchen Stücken, die wohl aus der Arbeit am Soundtrack zum ersten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie rührt, an dem Enya mit den zwei Songs „The Council of Elrond“ und „May it be“ vertreten war, wobei letzterer sogar für den Oscar nominiert wurde. Wer weiß, vielleicht versucht die gebürtige Irin dadurch, dass einer der Tracks auf „Amarantine“ nochmals als subtile Beschallung für ein weltpolitisches Ereignis oder als Begleitung für einen Kinostreifen verwendet wird.

Streng genommen soll ihre Musik nämlich nichts anderes erreichen, als auf den Hörer, neben gewissen Tätigkeiten, ruhig, entspannend und unaufdringlich zu wirken, denn als Hauptbeschäftigung können Enyas Alben ohnehin nicht vernommen werden, da der gleichbleibende und sich wiederholende Typus der einzelnen Stücke eine einschläfernde Funktion mit sich bringt. Generell ist mit dem fünften Werk genau das herausgekommen, was bei den vier Vorhergehenden nicht anders war. Die Fans werden darüber glücklich sein und alle anderen konnten ihre Musik sowieso nie leiden. Zwischen diesen beiden Lagern gibt es wohl so gut wie niemanden.

Anspieltipps:

  • The River Sings
  • A Moment Lost
  • Amarantine
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