Wolf Parade - Apologies To The Queen Mary - Cover
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Wolf Parade Apologies To The Queen Mary


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Underground pulsiert. Überall – und nicht nur im UK! – kämpfen sich zurzeit neue Bands nach oben und räumen Plattenverträge ab. Einer dieser hoffnungsvollen Newcomer ist die Gruppe Wolf Parade aus Montreal, Kanada, die mit ihrem Debüt „Apologies To The Queen Mary“ mächtig an den Grundfesten der Indie-Szene rüttelt. Nicht, dass die Herren Dan Boecker (Vocals, Gitarre), Hadjio Bakara (Keyboards), Spencer Krug (Piano, Vocals) und Arlen Thompson (Drums) etwas grundlegend Neues präsentieren würden. Dazu ist ihr Sound zu sehr in den traditionellen Sphären des Indie-Rock verwurzelt. Dennoch sind ihre zappeligen Songs so schwer zu fassen, dass das Album wie von selbst auf Dauerrotation im CD-Spieler geht.

Eingefangen wurde diese Berg- und Talfahrt in Sachen Melodie und zerrendem Indie-Rock von Modest-Mouse-Chef Isaac Brock, der das in den Audible Alchemy Studios in Portland, Oregon aufgenommene Album bis auf drei Tracks, die Wolf Parade im heimischen Montreal in Eigenregie eingespielt haben, produziert hat.

Schon der Opener „You are a runner and I am my fathers son“ versprüht mit seinen an die White Stripes zu „White Blood Cells“-Zeiten gemahnenden Schepper-Drums eine unheimliche Anziehungskraft, die auch nicht vom direkt hineinfließenden Slacker-Popsong „Modern world“ aufgehalten werden kann. In „Grounds for divorce“ quengelt und nölt Dan Boecker wie Beck Hansen auf Speed, während der Rest der Band irgendwie dem Beat hinterher hoppelt, um sich im großen Finale mit Text und Melodie zu vereinen.

Man ahnt es schon: hier heißt es genau hinhören, sich noch mal rantasten, sich zum eigenen Glück zwingen, um die ganze Vielfalt dieser Platte zu begreifen. Anders können wilde Sprünge von New Wave („We built another world“) zu Indie-Psychedelic („Same ghosts every night”) bis hin zu polterndem Schrammel-Pop („Shine a light”) und Folkanleihen („Modern world“) nicht begriffen werden. So hätte das irrwitzige „Fancy claps“ sicher auch auf dem zweiten Franz-Ferdinand-Album einen Ehrenplatz erhalten. Das zeigt, was in dieser Band steckt, auch wenn „Apologies To The Queen Mary“ keine lochte Kost ist. Doch spätestens nach dem dritten Hördurchgang gehört diese CD in die Abteilung „ganz großes Kino“.

Anspieltipps:

  • It’s a curse
  • Shine a light
  • This hearts’s on fire
  • Same ghosts every night
  • Dear sons and daughters of hungry ghosts
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