Ozzy Osbourne - Under Cover - Cover
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Ozzy Osbourne Under Cover


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Bloß nicht ärgern, denn so läuft das Musikbusiness, in dem seit Jahren mit allen Mitteln versucht wird, echte Fans und treue CD-Käufer abzuzocken. Die aktuellsten Beispiele sind Nirvana und Ozzy Osbourne. Beide Acts brachten vor einiger Zeit luxuriöse Box-Sets auf den Markt. Nirvana im November 2004 („With The Lights Out“) und der 56-jährige Tauben- und Fledermausjäger vor sieben Monaten („Prince Of Darkness”). Die Fans freuten sich und kauften die teuren, jeweils vier CDs umfassenden Box-Sets in Scharen.

Kurz vor Weihnachten 2005 kommt der Hammer: In der Nirvana-Box waren doch nicht (wie behauptet) alle unbekannten Songs von Kurt Cobain und Co. untergebracht. Diese erscheinen nun auf „Sliver - The Best Of The Box“. Nun ja, zumindest drei davon. Denn sobald Cobain-Witwe Courtney Love Geld benötigt, wird sie sicher im Keller ihres Hauses wieder fündig. Doch was Courtney Love kann, ist für Sharon Osbourne schon lange kein Problem. Die mit allen Wassern gewaschene Gattin und Managerin von Ozzy zieht jetzt nach. Sie ließ ihren Mann ein paar neue Coverversionen einsingen, die nun als „Under Cover“ in die Läden kommen.

Dabei handelt es sich um nichts weiter als die vierte CD des „Prince Of Darkness”-Box-Sets, die um vier auf 14 Songs aufgestockt wurde. Und zwar mit „Rocky mountain way” von Joe Walsh, „Go now” von The Moody Blues, „Woman” von John Lennon und „Sunshine of your love” von Cream. Ob es eventuell eine originellere Idee gegeben hätte, um Ozzys 25-jähriges Jubiläum als Solokünstler zu feiern, lässt sich sicher ausführlich ausdiskutieren, nur bringen tut es wenig. Sind wir also froh, dass es sich bei den Songs wenigstens um Neueinspielungen von Ozzys Lieblingssongs aus den 60er und 70er Jahren handelt und nicht um alten Kram, Outtakes oder Single-B-Seiten.

Bei den Aufnahmen standen Mike Bordin an den Drums (Faith No More), Jerry Cantrell an der Gitarre (Alice In Chains) und Chris Wyse am Bass (The Cult) im Studio. Langzeitpartner Zakk Wylde sucht man dagegen vergebens. Dafür kommt Töchterchen Kelly zum Zug. Mit ihr trällert der Madman den Black-Sabbath-Song „Changes“, der bereits auf dem Solodebüt von Kelly vertreten war.

Was der Hörer auf dieser CD auf gar keinen Fall erwarten sollte, ist klassischer Heavy Metal oder Hardrock. Das hätte bei Material von Mott The Hoople („All the young dudes“), The Rolling Stones („Sympathy for the devil”), Eric Burdon („Good times“) und Buffalo Springfield („For what it’s worth”) auch etwas lächerlich geklungen. Dafür überzeugt der Meister mit Blues vom Feinsten („Rocky mountain way“), interpretiert die Beatles äußerst respektvoll („In my life“) und suhlt sich im Pop und Glamrock der Seventies („Woman“). Etwas heftiger krachen lässt er es bei „Mississippi Queen“ von Mountain, „Sunshine of your love“ von Cream und „21st century schizoid man“ von King Crimson. Aber auch ein Partytrack wie „Good times“ macht bei Herrn Osbourne richtig Laune. Nur, wie gesagt, für die ganz harten Rocker ist „Under Cover“ nichts.

Anspieltipps:

  • Woman
  • Good times
  • Rocky mountain way
  • Sunshine of your love
  • Sympathy for the fevil
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