Monster Magnet - 4-Way Diablo - Cover
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Monster Magnet 4-Way Diablo


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kaum eine andere Band der modernen Rockmusik erfüllt das Klischee von Sex, Drugs and Rock’n’Roll mehr als Monster Magnet. Anfang der Neunziger veröffentlichte die Band um Dave Wyndorf mit „Spine Of God“ ihren ersten und für viele Fans besten Longplayer. Dabei verdankt die Band nach eigenen Angaben ihren Sound und ihre Inspiration der Einnahme von psychedelischen Drogen. Doch lehrt uns die Rockgeschichte, dass das selten gut geht und nur von kurzlebigen Erfolg gekrönt wird. Nachdem Frontmann und Sänger Dave Wyndorf infolge seines übermäßigen Drogenkonsums fast das Zeitliche gesegnet hätte, besann er sich eines besseren und schwor den Drogen ab. In der Folgezeit entstand das durch „straighten“ Rock und Heavy Metal geprägte Album „Powertrip“, das bisher Erfolgreichste der Bandgeschichte.

Das aktuelle Album sollte eigentlich schon im Sommer vorigen Jahres erscheinen, doch im Februar 2006 bekam Dave Wyndorf einen herben Rückfall und musste nach einer Überdosis Schlafmittel ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zwar ist der Frontmann glücklicherweise dem Tod ein weiteres Mal von der sprichwörtlichen Schippe gesprungen, aber alle Studioaufenthalte und Konzerttermine wurden bis auf weiteres verschoben. Mit „4-Way Diablo“ ist es nun trotz aller widrigen Umstände gelungen, das achte Album der Gruppe in die Plattenläden zu bringen.

Der Opener des gleichnamigen Longplayers setzt mit einem knackigen Gitarrenriff ein. Das geht zwar sofort ins Ohr, versinkt aber im Laufe des Tracks durch die Einfallslosigkeit des Songwritings in der Bedeutungslosigkeit. Dieser Umstand zieht sich leider wie ein roter Faden durch die gesamten Aufnahmen. Daran kann auch der zweite Titel „Wall Of Fire“ nichts ändern. Animieren die ersten Töne noch zum heiteren Kopfnicken, findet der Finger des Hörers spätestens nach anderthalb Minuten seinen Weg zur Skiptaste des CD-Spielers.

Mit „2000 Light Years From Home“ befindet sich auch ein Coversong der Rolling Stones auf dem Album. Dieser orientiert sich zwar ziemlich nah am psychedelischen Original, doch offenbart sich spätestens hier das zweite große Problem des Albums: Zum Rock gehört Gefühl, aber Dave Wyndorf scheint dies kaum berücksichtigt zu haben. Nach dem letzten Drogenzusammenbruches des Sängers scheinen die Schlafmittel immer noch in seiner Blutbahn zu zirkulieren, denn anders ist die teilweise Emotionslosigkeit seines Gesanges wohl nicht zu erklären.

Monster Magnet packen am richtigen Ende an, um die Band aus der Versenkung zu heben, scheitern aber an sich selbst. Gute und eingängige Songideen scheinen einfach nicht zu Ende Geführt worden sein. Teilweise gehen die Songs ganz gut ins Ohr, doch anstatt sich ins das Gedächtnis einzubrennen, nehmen sie eine Abkürzung und verschwinden zum anderen Ohr hinaus. Im Moment sind die erfolgreichen Glanzzeiten der Alben „Powertrip“ und „God Says No“ einfach vorbei.

Begeistern kann „4-Way Diablo“ sicher nur eine eingeschworene Fangemeinde, viel zu trivial klingt das Songmaterial, um einen kommerziellen Erfolg abzuwerfen oder den einen oder anderen zur Rockmusik zu bekehren. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band mit dem psalmähnlichen Schlusssong „Little Bag of Gloom“ nicht sich selbst beerdigt und wir mit dem nächsten Album wieder ordentlich eines auf die Lauscher bekommen.

Anspieltipps:

  • 4-Way Diablo
  • 2000 Light Years from home
  • No vacation
  • Little bag of gloom

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