Blackmore´s Night - The Village Lanterne - Cover
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Blackmore´s Night The Village Lanterne


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 68 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Richie Blackmore hat durch seinen Stilwechsel nicht im geringsten an Biss verloren.

Blackmore's Night wurde in den 90er Jahren von Richie Blackmore, dem ehemaligen Leadgitarristen der Gruppe Deep Purple gegründet. Während Richie die Songs komponiert, schreibt Sängerin Candice Night die Songtexte. An diesem Punkt wird auch klar, wie die beiden auf den Namen „Blackmore's Night“ gekommen sind. Richie Blackmore hat eine starke Vorliebe für mittelalterliche und Renaissance-Musik. Auf diese Stilrichtung konzentriert er sich auch in seinem neuen Projekt. Er kombiniert sie schließlich mit Irish Folk Musik, New Age und Rockmusik, vom Hardrock der siebziger Jahre hat er sich hier komplett entfernt. Dies gilt auch für Deep Purple, die er schließlich verlässt. Es klingt wie „Mike Oldfield meets Enya“, so beschreibt Mr.Blackmore selbst seinen neuen Stil. Richie Blackmore lernte seine Leadsängerin 1989 kennen. Sie hatte damals ihre eigene Radiosendung und studierte Publizistik. Da die beiden so einige Interessen teilen konnten, wurden sie bald zu einem Paar. „The Village Lanterne“ ist Blackmore's siebentes Album aus seinem Soloprojekt nach Deep Purple.

„25 Years“ und „Windmills“ sind Kompositionen im Irish Folk Stil und sicherlich zwei von den empfehlenswertesten Songs auf diesem Album. Gerade „25 Years“ ist so unglaublich schön, dass man Elfen vor dem eigenen Auge tanzen sehen könnte, würde man sie schließen. „Windmills“ lässt uns eher einen Helden auf Abenteuerreise vorstellen. „Mond Tanz/Child in Time“ ist den beiden Liedern im Bezug auf Irish Folk ähnlich, hat aber den anderen gegenüber eine sehr spezielle Note: Diesmal sollte es vielleicht lieber „Deep Purple meets Enya and Mike Oldfield“ heißen, denn er hat das Thema aus dem Song Child in Time mit in dieses Lied gemischt, variiert und ausgebaut, wie eigentlich der Titel schon verrät. Und er hat seine Sache gut gemacht wie man hört. Es bleibt ein Teil der alten Stimmung aus Deep Purple Zeiten erhalten, während noch eine neue, ebenfalls sehr authentische Stimmung durch den sogenannten „Umriss“ des Songs, in dem er das Thema eingebettet hat, dazukommt.

„The Village Lanterne“ mag zwar der Titelsong dieses Albums sein, es ist auch durchaus ein schönes Lied, ist aber nicht so zauberhaft wie beispielsweise die erste Nummer auf dem Album. Es gibt auch einige beschwingtere Songs zu hören, wie zum Beispiel „I guess it doesn't matter“, „Just call my name“ und „St.Teresa“, wobei nur der zuletzt genannte Titel so viel hergibt, wie die meisten Songs auf diesem Album. „St.Theresa“ beginnt mit einem langsamen akustischen Gitarrenstück, dann gibt es eine kurze Atempause, bevor das Stück so richtig los geht. Es enthält schnellere Rockriffs, dahinter hört man Streicher, um dem ganzen eine romantischere Atmosphäre zu verleihen. Zwischendurch hört man einen Dudelsack das typische Thema des Songs spielen und von Zeit zu Zeit sorgt Blackmore dafür, dass seine goldenen Finger nicht einrosten und bereichert dieses Stück mit ein paar gewinkelten Soli.

In „The Messenger“, einem rein instrumentalen Stück, zeigt Richie Blackmore was er kann, die Gitarrenstimme ist total virtuos und erinnert an Flamencogitarrenkompositionen, die ja bekanntlich sehr schwer zu spielen sind. „World of Stone“ ist im mittelalterlichen Stil, im Hintergrund hört man sowohl am Anfang, als auch zwischendurch einen gregorianisch angehauchten Männerchor. Diesem Stück hat er, ganz im Sinne seines ersten Hits „Shadow of the Moon“ mystische New Age Klänge angehängt, wie auch der nächsten sehr hörenswerten Nummer „Faerie Queen“. Wieder versammeln sich unserer Phantasieelfen, um ihre Königin zu treffen und im Mondlicht im Wald zu tanzen. „Village Dance“ ist wieder rein instrumental, sehr angenehm zu hören und vermittelt richtige Kaminfeuerstimmung.

Die Coverversion von „Streets of London“ ist ganz nett, doch würde ich das Original vorziehen, da Candice Night, dieses Lied, stimmungsmäßig gesehen, viel zu lieblich singt und daher die Melancholie fehlt, die durch die Lyrics eigentlich vermittelt werden sollen. „Old Mill Inn“ ist melodiös gesehen sehr einfach konzipiert, was ja an sich nicht Schlechtes ist, doch qualitativ verglichen mit dem Großteil der anderen Songs auf dem Album ist dieses eher schwach. Das Album endet mit einem schnelleren Song. Richie Blackmore baut in „Street of Dreams“ zahlreiche komplexe Gitarrensoli ein, die verdammt schwer zu spielen sind, doch bei ihm klingt es, als wäre dies das Einfachste von der Welt. Das ist Mr. Blackmore, wie er leibt und lebt!

Man sieht, dass Richie Blackmore durch seinen Stilwechsel nicht im geringsten an Biss verloren hat, er lebt sich auf der Gitarre aus wie in Zeiten von Deep Purple und scheint auch durchaus in der Lage nach wie vor verdammt gute Songs zu schreiben. Ein Kennzeichen seiner neuen Musik, das nicht nur „Village Lanterne“ im speziellen betrifft, ist , dass man als Hörer total aus dem Alltag gerissen wird. In dem Album wird eine große Vielfältigkeit von Stilen und Instrumenten geboten. Es lässt sich so viel Schönheit in Songs wie „Faerie Queen“ oder „25 Years“ im Speziellen erkennen, so viel Mystik und so viel Träumerei. Die Musik regt zum Mitträumen an, zu Phantasiereisen in ein anderes Land und wem dies nicht liegt, hat immer noch die Möglichkeit einfach zu entspannen und zu genießen. Eine sehr empfehlenswerte CD !

Anspieltipps:

  • Windmills
  • 25 Years
  • Faerie Queen
  • St.Teresa
  • Mondtanz/Child in Time
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