Niccokick - Awake From The Dead My Dear Best Friend - Cover
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Niccokick Awake From The Dead My Dear Best Friend


  • Label: Razzia/SOULFOOD
  • Laufzeit: 49 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal sind Qualitätsurteile so einfach. Hier lautet es folgendermaßen: Ronald Bood (Produzent/Förderer von Mando Diao, Sugarplum Fairy, The Plan, Dreamboy) ist der Entdecker der 2001 in Båstad, Schweden gegründeten Band Niccokick. Noch Fragen?

Okay, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Zuerst muss nämlich festgestellt werden, dass sich der Sound von Andreas Söderlund (Vocals, Gitarre), Philip Hall (Bass), Martin Stääv (Gitarre), Mathias Söderlund (Drums) und Daniel Teodorsson (Keyboards) eine ganz erheblich von dem der oben genannten Kollegen unterscheidet. Das bedeutet aber nicht, das ihr Debütalbum nicht minder großartig ist, als der Erstling von (sagen wir mal) Mando Diao.

Nach drei Vorab-EPs wurde am 10. November letzten Jahres das Album „Awake From The Dead, My Dear Best Friend“ in Skandinavien veröffentlicht. Ein Jahr später steht es auch bei uns in den Läden. Gott sei Dank! Denn Niccokick präsentieren auf ihrem Debüt 13 energiegeladene Songs aus der Abteilung „Poppiger Emo-Core”, von denen einer schöner ist, als der andere. Und das, obwohl Sänger Andreas Söderlund nicht gerade zu den großen Talenten seines Fachs gehört. Nicht selten verfehlt er die Töne oder kommt sonst wie in Schieflage. Dafür legt er unglaublich viel Herz und Inbrunst in die Lieder (man höre nur „Are you OK?“), was sie unverschämt sympathisch macht.

Bei „Awake From The Dead, My Dear Best Friend“ handelt es sich um eines der ganz wenigen Alben, bei denen der Rezensent ob der auszuwählenden Anspieltipps mächtig ins Schleudern gerät. Denn die Platte ist musikalisch dermaßen dicht, die Songs emotional so miteinander verwoben, die Kompositionen durchgehend auf demselben hohen Niveau, dass es schier unmöglich ist, einzelne Tracks herauszustellen. Schon der erste (instrumentale) Song nimmt den Hörer direkt auf („Leave for space“), führt ihn von mitreißenden Krachern der Marke „Turn 27“, „Love and neon lights“ und „Susanne“, über flirrende Gitarrenkaskaden im Titeltrack und verzweifelte Selbstbekenntnisse („I drink to get thrilled“) hin zum aufwühlenden Finale („Wasted time“).

Danach ist der Hörer völlig geschafft und mindestens so ausgelaugt wie die Musiker, hätten sie die Songs live am Stück gespielt. Doch der Adrenalinspiegel ist dermaßen hoch, dass man sofort noch mal von vorne möchte. Also zurück auf Start und kontrolliert, ob das Album wirklich so gut ist. 50 Minuten später folgt die Gewissheit: „Awake From The Dead, My Dear Best Friend“ ist eine Emo-Rock-Perle erster Güte, die seinen Hörern alles abverlangt, aber auch alles gibt, was ein großartiges Rockalbum geben muss!

Anspieltipps:

  • I’m hurt
  • Leave for space
  • Run! Run! Run!
  • Love and neon lights
  • Awake from the dead, my dear best friend
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