Revolution Riot - Blues For The Spiritually Retarded - Cover
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Revolution Riot Blues For The Spiritually Retarded


  • Label: Deaf&Dumb/SOULFOOD
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen in der Zeitmaschine namens Revolution Riot. Bitte nehmen Sie Platz. Wir machen einen Zeitsprung in das Los Angeles der 80er Jahre, als dreckiger Hard- und Sleazerock in der Blüte standen und Bands wie Skid Row, L.A. Guns, Mötley Crüe und Guns ’N Roses richtig große Nummer waren. Vier Jungs aus Stockholm setzen nämlich genau dort an und übertragen mit ihrem Zweitwerk „Blues For The Spiritually Retarded“ das Lebensgefühl einer längst vergessenen Epoche in das Hier und Jetzt, indem sie ein cool hingerotztes Rock’n’Roll-Rundeisen vorlegen.

Revolution Riot gehören seit 1998 zur Stockholmer Rockszene. 2001 brachten sie mit „Out Of The Gutter, Into The Light“ ihr erstes Album heraus. Es folgten bandinterne Querelen, bei denen Bassist Eazy den Hut nehmen musste. Das verbliebene Trio Glitz (Vocals, Gitarre), Tom-E (Drums) und Skinny (Gitarre) suchte sich mit Fisch einen neuen Bassisten und spielte das Debüt nochmals ein. Diese Neuauflage wurde allerdings nie veröffentlicht. In der Folgezeit verzettelte sich die Band mit übermäßigen Partybesuchen und Rauschmittelkonsum. Die Jungs arbeiteten nicht mehr an neuen Songs. Der Split schien vorprogrammiert. Doch dann kam die Einladung, für die L.A. Guns als Support Act aufzutreten. Das war der entscheidende Funken, den die Vier gebraucht hatten. Sie spielten ihr zweites Album ein, das nun auf die Öffentlichkeit losgelassen werden kann.

Dass Revolution Riot kein allzu großes Budget für die Aufnahmen von „Blues For The Spiritually Retarded“ gehabt haben, hört man der Platte natürlich an. Aber wenn man den Verstärker ordentlich aufdreht, kommen die 12 Songs dennoch ziemlich druckvoll rüber und verbreiten jede Menge gute Laune. Die beiden Gitarren quietschen auch ohne Major-Label-Produktion ganz amtlich und Sänger Glitz legt viel Herzblut und Energie in die Songs, die mit einem guten Händchen für hymnische Refrains und melodische Feinheiten komponiert wurden. Wie irgendeine Kellerband klingt dieses Quartett trotz kleinem Budget definitiv nicht!

Wer mit ultra-coolen Riffs wie im Opener „Go!“ wuchern kann, stadiontaugliche Halbballaden wie „Dead (nothing’s new)“ abliefert, Skid Row so toll nachahmen kann wie in „Universal highway“ und Mitgrölkracher wie „Tequila rose“ im Gepäck hat, wäre in den Achtzigern auf der Höhe der Zeit gewesen. Warum sollte das nicht auch heute klappen? Schließlich funktioniert guter Rock’n’Roll immer!

Anspieltipps:

  • Go!
  • Seven days
  • Tequila rose
  • 24/7 Machine
  • Dead (nothing’s new)
  • Down the road before
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