Atomic - Wonderland Boulevard - Cover
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Atomic Wonderland Boulevard


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hoppla, was ist das denn?! Hier singt aber jemand genau so nölig und angepisst wie ein gewisser Liam Gallagher (Oasis). Und dieser Jemand hat auch noch einen Bruder, der Gitarre spielt. Sapperlot! Sind Thomas (Gesang) und Rainer (Gitarre) Marschel etwa die neuen Oasis, so wie der New Musical Express (NME) bereits andeutete, als er Atomic aus dem Bayerischen Wald als „The German Oasis” titulierte? Na ja, wir sollten die Kirche (vorerst) im Dorf lassen, denn „Wonderland Boulevard“, das Longplaydebüt der Marschel-Brüder, die verstärkt um Stefan Vogl (Gitarre), Andreas Defet (Bass) und Marc Boysen (Drums) an den Start gehen, kann nur selten nicht mit dem Oeuvre der Kollegen aus Manchester mithalten – die letzten, recht schwachen Alben der Briten eingeschlossen.

Atomic machen seit ca. fünf Jahren im weitesten Sinne BritPop im 60s Style. Als Belohnung durften sie schon Paul Weller und Gem Archer (Oasis) supporten. Mit ihrer 2002er EP „The Big Issue“ wirbelten sie besagten Staub in der englischen Presse auf. Soweit, so gut. Doch vor Jahren machte schon einmal eine Band aus Deutschland mit 60s Pop Furore. Fool’s Garden heißt sie, stammt aus der Nähe Pforzheims und räumte 1996 mit dem Hit „Lemon tree“ mächtig ab. Danach war schnell Schluss mit dem überregionalen Erfolg. Seitdem tingeln die Herren über die Dörfer und bringen regelmäßig Alben heraus, für die sich keiner interessiert.

Warum das hier Erwähnung findet? Eben weil Atomic nach einem verheißungsvollen Start mit starken Songs wie „(You’re) a shining star“, „Monkey fingers“ und „The shelter“ in ähnlich belanglosen Regionen dümpeln, wie die Württemberger Kollegen. Unterm Strich die Jungs die Gitarren viel zu selten krachen („Devil may cry“, „The jam out“), obwohl es genau dann richtig gut klingt. Dafür langweilen sie mit akustischen Nichtigkeiten wie „Sweetest symphony“, „Girlfriend in a coma“ und „(You’ve got) the shining“ oder liefern orientalisch angehauchte Schunkellieder ab („Being for the arrival of the maharaja sailor – Part 1 & 2“), mit denen schon ihre großen Vorbilder aus Manchester böse badengegangen sind. Stellt sich die Frage: Muss man denn wirklich alles nachmachen?

Anspieltipps:

  • The shelter
  • The jam out
  • Devil may cry
  • (You’re) a shining star
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